Berlin Medizinischer Dienst der Kassen informiert über Behandlungsfehler

Eine Meldepflicht soll helfen.

Die Gutachter prüften 2016 15.094 solcher Vorwürfe, wie der Medizinische Dienst des Kassenspitzenverbands (MDS) am Dienstag in Berlin mitteilte. Im vergangenen Jahr hatte er berichtet, dass immer mehr Patienten wegen des Verdachts auf Behandlungsfehler Hilfe bei ihrer Krankenkasse suchen. Das sind etwa 270 Fälle mehr als 2015. In gut jedem vierten Fall bestätigten die Gutachter einen Fehler.

Die Zahl der Beschwerden nimmt laut MDS seit Jahren zu.

"Leider bedeutet das jedoch nicht, dass sich das Risiko, einen Behandlungsfehler zu erleiden, generell verringert hätte", erklärte Stefan Gronemeyer, stellvertretender Geschäftsführer des MDS. Der Medizinische Dienst kritisierte, dass Daten zu Behandlungsfehlern in Deutschland nur punktuell vorlägen. Zwei Drittel der Vorwürfe betrafen demnach Behandlungen in der stationären Versorgung, ein Drittel Behandlungen durch niedergelassene Ärzte.

Verteilt auf die Fachgebiete bezogen sich laut MDK 33 Prozent der Vorwürfe auf Orthopädie und Unfallchirurgie, 12 Prozent auf die Innere Medizin und Allgemeinmedizin, weitere 9 Prozent auf die Allgemeinchirurgie, ebenfalls 9 Prozent auf die Zahnmedizin, 7 Prozent auf die Frauenheilkunde und 4 Prozent auf die Pflege. Die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern prüften im vergangenen Jahr mehr als 11.500 Patientenbeschwerden und bestätigten 2245 Behandlungsfehler.

Max Skorning, Leiter Patientensicherheit beim MDS, forderte eine systematische Fehleranalyse.

Für eine bessere Prävention seien zum Beispiel Informationen über Fehler nötig, die einerseits besonders schwerwiegend sind, andererseits aber als sicher vermeidbar gelten.

Ausgabe: