Bundesregierung | Merkel begrüßt Macron mit militärischen Ehren

Einen Tag nach seiner Amtseinführung wird Frankreichs Präsident Macron heute in Berlin erwartet.

Erst zum Hausherren im Élyséepalast ernannt.

Macron wurde am Sonntag vom Hollande im Pariser Elysée-Palast empfangen. Der sozialliberale 39-Jährige ist der jüngste französische Präsident aller Zeiten. Das Land gilt mit seinen geschätzt rund 300 nuklearen Sprengköpfen als drittgrößte Atommacht der Welt. Und Europa ist schließlich eine der Herzensangelegenheiten des neuen französischen Präsidenten. "Nichts wird der Leichtigkeit oder dem Kompromiss geopfert". Die beiden Politiker kommen danach zu einem Gespräch und einem gemeinsamen Abendessen zusammen. "Die Spaltungen müssen überwunden werden", forderte er. In Deutschland sind die europapolitischen Forderungen Macrons in Teilen der Politik umstritten.

Es war auch der Sieg eines Pro-Europäers gegen eine Kandidatin, die Frankreich aus der EU führen will. "Wir brauchen ein effizienteres, demokratischeres, politischeres Europa", sagte der frischgebackene Staatschef zum Amtsantritt. "Ich werde dafür sorgen". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte den Staatschef am Montagnachmittag mit militärischen Ehren im Berliner Kanzleramt. Hier fährt Macron über die Prachtstraße Champs-Élysées zum Grab des Unbekannten Soldaten.

Macron stimmte seine Landsleute auch auf Veränderungen ein: "Wir können uns nicht mehr hinter manchmal weltfremden Bräuchen und Gewohnheiten verstecken", sagte der neue Präsident. Macrons Vorgänger François Hollande hatte für das Ritual bei seiner Amtseinführung vor fünf Jahren noch ein Zivilfahrzeug gewählt. Der Begrüßung sollen sich eine Unterredung und eine Pressekonferenz (18.45 Uhr) anschließen. Schon zehn Minuten vorher war Macrons Frau Brigitte im Präsidentenpalast eingetroffen. Seine Einschätzung dürfte eine wichtige Rolle in dem Verfahren spielen. Im Januar, da war der Kandidat der Bewegung "En Marche!" noch Außenseiter, hielt er eine Rede in der Humboldt-Universität. So wird sein früherer Bürochef, der 43-jährige Alexis Kohler, neuer Generalsekretär des Élysée. "Ihr Erfolg wird der Erfolg Frankreichs sein".

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