Ex-FBI-Chef Comey zu Aussage vor Ausschuss bereit

Die "Washington Post" veröffentlichte zeitgleich einen Bericht, wonach bei den Russland-Untersuchungen nun auch ein enger Mitarbeiter Trumps aus dem Weissen Haus als "Person von Interesse" betrachtet werde.

Der ehemalige FBI-Chef Comey wird vor dem Geheimdienstausschuss aussagen.

Trumps Reise wird von großen Spannungen und viel Unsicherheit begleitet. Sie sollte ihm eigentlich eine Atempause verschaffen.

Die Ereignisse rund um Trump und Russland haben sich in den vergangenen Tagen geradezu überschlagen - und finden in der Ernennung Muellers ihren bisherigen Höhepunkt. Sie beruft sich auf Aufzeichnungen des Gesprächs, die ihr vorgelesen worden seien.

Die Ermittlungen übernimmt künftig vom früheren FBI-Direktor Robert Mueller, der in dieser Woche vom Justizministerium als unabhängiger Sonderermittler eingesetzt wurde. Trump kritisierte, dass die Einsetzung des Sonderermittlers die Polarisierung des Landes vorantreibe: "Ich denke, es spaltet das Land", sagte er in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos im Weißen Haus. Er sagte der Zeitung: "Durch Selbstdarstellung und eine Politisierung der Ermittlungen zu den russischen Aktivitäten hat James Comey unnötigen Druck auf unsere Fähigkeiten ausgeübt, uns mit Russland austauschen zu können und mit ihnen zu verhandeln". "Der ist jetzt weg". Trump habe demnach zu Lawrow und dem russischen US-Botschafter Kislyak gesagt, Comey sei verrückt gewesen, ein echter Spinner. Zu den Gründen für den Rauswurf des FBI-Direktors machten Trump und sein Umfeld wechselnde und teilweise widersprüchliche Angaben. Er habe bei der Entlassung Comeys "dieses Russland-Ding" mit im Kopf gehabt, gab Trump in einem Interview zu.

Das Justizministerium hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass der frühere FBI-Chef Robert Mueller als Sonderermittler die Untersuchung zu möglichen Absprachen zwischen dem Wahlkampfteam von Trump und Russland leiten soll.

Der Sender CNN meldete, Vertreter der russischen Regierung hätten während des Wahlkampfes damit geprahlt, sie hätten eine enge Beziehung zu Trumps Berater Michael Flynn aufgebaut, und könnten über ihn möglicherweise Einfluss auf Trump ausüben. Trump war erneut in die Kritik geraten, weil er dem russischen Außenminister Sergej Lawrow sensible Geheimdienstinformationen verraten haben soll. Noch vor zwei Tagen hatte der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, erklärt, die Vorwürfe würden bereits von drei Gremien untersucht, es bedürfe keiner weiteren Untersuchung. Comey hatte die Ermittlungen wegen der angeblichen Verstrickungen des Trump-Wahlkampfteams mit Russland verantwortet. Namen wurden nicht genannt.

Die Zeitung schrieb, die Ermittler seien dennoch nach wie vor stark interessiert an Personen, die Einfluss in Trumps Wahlkampfteam und der Regierung hatten, aber nun kein Teil mehr davon seien. Ich habe keine Festlegung dieser Art getroffen. Der Betroffene kann auch mit den Behörden zusammenarbeiten oder über Wissen verfügen, das für die Polizei nützlich ist. Wie vor Gericht sammelt der Senat im Anschluss Beweise, hört Zeugen und eventuell auch den Beschuldigten an.

Trump heizte die Spekulationen weiter an, indem er den geschassten FBI-Chef davor warnte, mit internen Informationen an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Termin ist demnach die Zeit nach dem 29. Mai vorgesehen, der in den USA ein Feiertag ist.

Comeys Notiz nimmt dem Insider zufolge Bezug auf ein Treffen mit Trump Mitte Februar.

Die oppositionellen Demokraten haben die Vorwürfe mit der Watergate-Affäre verglichen, die Präsident Richard Nixon in den 70er Jahren das Amt kostete. Auch im öffentlichen Ansehen hinterlassen die immer neuen Enthüllungen Spuren. Unter Trumps Amtsvorgänger Barack Obama litt die Beziehung allerdings unter anderem angesichts der verheerenden Menschenrechtslage in Saudi-Arabien sowie dem Atomabkommen 2015 mit dem Iran.

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