Geheimnisverrat: Putin will Notizen zu Gespräch von Trump und Lawrow veröffentlichen

"Meine grösste Sorge ist jetzt, dass wir nicht wissen, was der Präsident gesagt hat", fügte Burr hinzu. Einem US-Zeitungsbericht zufolge soll er streng geheime Informationen zum Anti-Terror-Kampf an die russische Regierung weitergegeben haben. Für Donnerstag kündigte das Weiße Haus eine Pressekonferenz von Trump an. Demnach hätten die beiden Gäste aus Russland bei ihrem Besuch mehr erfahren, als die USA mit ihren Verbündeten teile. Gabriel will am Mittwoch mit seinem Kollegen Rex Tillerson sowie McMaster über den Kampf gegen den IS sprechen. "Während dieser Gespräche wurde Näheres über spezifische Bedrohungen diskutiert, es wurden aber keine Quellen, Methoden oder militärischen Operationen diskutiert".

Lawrow und der russische Botschafter Sergej Kisljak konnten nicht glauben, was ihnen der US-Präsident alles anvertraute. Von Militäroperationen ist gar keine Rede in dem Bericht. Zugleich bezeichnete er den Skandal um die Weitergabe von geheimen Informationen an Russland durch US-Präsident Donald Trump als "politische Schizophrenie". Dabei habe Trump auf Quellenmaterial Bezug genommen, das öffentlich zugänglich sei - obwohl sich Präsidentenberater Tom Bossert gemäss der "Washington Post" veranlasst gesehen hatte, die amerikanischen Geheimdienste CIA und NSA über das Geplauder des Präsidenten zu informieren.

Er habe mit Russland "Fakten betreffend Terrorismus und Airline-Flugsicherheit" geteilt, schrieb Trump am Dienstag auf Twitter. Wenn er Geheiminformationen aus nahöstlichen Quellen an Russland weitergab, liegt der Verdacht nahe, dass er schlicht nicht wusste, welch sensibles Terrain er damit betrat.

Die Enthüllungen könnten Trumps ohnehin schwierige Beziehung zu den US-Geheimdienstbehörden weiter schädigen. Er sagte, der Bericht der "Washington Post" sei zutiefst verstörend. Dem Bericht zufolge handelte es sich um Informationen über eine mögliche Bedrohung durch IS-Terroristen, die im Zusammenhang mit der Nutzung von Laptops an Bord von Flugzeugen stünden. Die YPG erachtet sie als strategisch wichtigen Partner am Boden, um die syrische Stadt Raqqa vom IS zurückzuerobern, eine Hochburg der sunnitischen Fanatiker vom so genannten Islamischen Staat.

Israels Nachrichtendienste hätten gezeigt, dass sie solche Quellen haben könnten, sagte der Geheimdienstexperte Aviv Oreg.

Nach der Weitergabe der Informationen hätten Vertreter des Weissen Hauses Schritte unternommen, um den Schaden einzudämmen, berichtete die Zeitung. "Ich bekomme großartige Geheiminformationen".

Das Weiße Haus versuchte sich in Schadensbegrenzung.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der oppositionellen Demokraten im Senat, Dick Durbin, kritisierte Trumps Vorgehen als "gefährlich und leichtsinnig".

Kritisch äußerte sich der demokratische Abgeordnete Adam Schiff, der im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses sitzt.

Dieser Geheimdienst habe keine Erlaubnis erteilt, dass die US-Regierung die Informationen mit Moskau teile, hieß es weiter. Doch McMaster sagte auch: "Die heute veröffentlichte Geschichte ist falsch". Schärfer fiel die Stellungnahme von Senator Bob Corker aus, dem Vorsitzenden der Aussenpolitischen Kommission. In der vergangenen Woche kündigte die neue US-Regierung dann an, dass die Miliz erstmals von den USA direkt mit Waffen ausgerüstet werden soll.

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