Kidnapping-Mafia: Rätsel um Mord an deutscher Frau in Kabul

Bewaffnete haben in der afghanischen Hauptstadt Kabul eine Deutsche getötet. Die Angreifer hätten zudem eine Frau aus Finnland entführt. Das bestätigte das Auswärtige Amt in Berlin.

Aus Sicherheitskreisen in Kabul verlautete, dass es sich bei dem Haus im Südwesten der Stadt um die Unterkunft einer schwedischen Nichtregierungsorganisation, Operation Mercy, handelt. Der Angriff ereignete sich nach seinen Angaben am Samstag um 23.30 Uhr (21.00 Uhr MESZ). Sicherheitsexperten aus der NGO-Szene halten es für möglich, dass die Täter zu Kabuls gefährlicher Kidnapping-Mafia gehörten. Der waren allein im vergangenen Jahr mindestens vier Ausländer - darunter eine Inderin, ein Amerikaner und ein Australier - sowie viele afghanische Geschäftsleute zum Opfer gefallen. Dabei seien die Deutsche und ein Wachmann getötet worden. Die Frau war nach rund zwei Monaten freigekommen. Es habe sich weder eine terroristische Organisation zu dem Überfall bekannt, noch gebe es bisher eine Lösegeldforderung für die entführte Finnin. "Sollte die Mafia jetzt anfangen, auch in Gästehäuser einzubrechen, wäre das eine klare Eskalation", sagte ein internationaler Sicherheitsfachmann, der nicht genannt werden möchte, der dpa.

Wegen der schlechten Sicherheitslage hatten ausländische Organisationen ihre Maßnahmen zuletzt weiter verstärkt.

Die Hintergründe des Mordes an einer deutschen Entwicklungshelferin in der afghanischen Hauptstadt sind weiter unklar. Im Sommer will sie in ein schwer gesichertes Lager am Stadtrand ziehen.

Ein Soldat sperrt in Kabul den Schauplatz eines Anschlags ab. Mittlerweile hat sich die Zahl der deutschen und internationalen Mitarbeiter von rund 200 auf rund 100 verringert.

Das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif war schon im Winter nach einem Angriff der Taliban in ein Militärlager umgezogen.

Ausgabe: