Machtwechsel in Frankreich: Macron bereitet Amtsübernahme vor

- Frankreichs Wahlsieger Emmanuel Macron übernimmt schon in wenigen Tagen die Macht im Élyséepalast. Vor dem Pariser Triumphbogen ertönt die Marseillaise, ranghohe Militärs schütteln ihrem künftigen Oberbefehlshaber die Hand - mitten im Pomp der Französischen Republik. Am Sonntag (14. Mai) läuft die Amtszeit von Präsident François Hollande ab, spätestens dann muss das Amt übergeben werden. Hollande hat seinen designierten Nachfolger eingeladen, dabei zu sein. Der SPD-Politiker schlägt einen deutsch-französischen Investitionsfonds vor. Zur Auswahl standen neben dem nationalistischen Kurs von Marine Le Pen des Front National der wirtschaftsliberale und europafreundliche Kurs von Emmanuel Macron.

Zur Wahl sagte er: "Es ist ein ermutigendes Zeichen für Europa, dass sich mit Emmanuel Macron eine Stimme der Vernunft bei den französischen Präsidentschaftswahlen durchgesetzt hat".

Zugleich scheint sich auch Macron des schalen Beigeschmacks seines Wahlsiegs bewusst zu sein. In der ehemaligen Grubenstadt Petite-Rosselle kam die Kandidatin des Front National auf 57,46 Prozent, in Freyming-Merlebach auf 54,88 Prozent.

Frankreich ist tief gespalten.

In seiner Siegesrede (.) räumte Herr Macron die Spaltung der französischen Gesellschaft ein und beschwor mehrfach die immense Aufgabe, die vor ihm liegt. Le Pen verfolgt seit Jahren die Strategie, der rechtsextremen Partei ein gemäßigteres Auftreten zu verschaffen und damit neue Wählerschichten zu erschließen. Er sagte: "Wir müssen sofort damit beginnen, die Europäische Union zu verändern". Die Wahlbeteiligung lag bei rund 74,6 Prozent. Das könnte seinen Handlungsspielraum stark einschränken. "Nur so könne Macron den Grundstein für seine Präsidentschaft legen", berichtet der Abgeordnete weiter. Ohne Mehrheit wäre Macron gezwungen, eine Regierung zu ernennen, der auch Politiker eines anderen politischen Lagers angehören.

Linken-Chef Bernd Riexinger sieht den Rechtspopulismus nicht gebannt. "En Marche!" erhob den Vorwurf, Ziel des Hacker-Angriffs sei eine Destabilisierung der Demokratie.

In jedem Fall werden die Parlamentswahlen zur dritten Runde der Präsidentenwahl. Das gilt auch für die Wahlorte Saargemünd, Forbach, Spichern und Creutzwald, wo Macron als Sieger aus der Wahl hervorging.

In Carling unweit von St. Avold haben dagegen 60,66 Prozent der Wähler für Le Pen gestimmt. Aber das dürfte im Land des Mehrheitswahlrechts und einer von Konfrontation geprägten politischen Kultur kein Zuckerschlecken werden. Denn die Bewerber der traditionellen Regierungsparteien - Konservative und Sozialisten - waren schon im ersten Wahlgang vor zwei Wochen ausgeschieden. Im Gegenteil: Die 48-Jährige hat umgehend deutlich gemacht, dass sie sich als lauteste Opposition gegen Macron positionieren will.

Das Wahlwochenende wurde von der Veröffentlichung zahlreicher interner Dokumente aus dem Wahlkampfteam Macrons überschattet.

Bei den gut 3.300 Franzosen, die im Saarland an der Wahl teilnahmen, hatte Le Pen allerdings keine Chance, wie der Saarländische Rundfunk berichtet.

Sie hat bereits angekündigt, ihre Partei nun umzubauen, sogar der Name steht zur Disposition.

Die Franzosen wählen mit Emmanuel Macron den jüngsten Präsidenten aller Zeiten. Parteichef Jörg Meuthen und die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel erklärten dagegen, aus ihrer Sicht wäre Le Pen das kleinere Übel gewesen.

Seine Anhänger hoffen jedoch, dass der neue Präsident mit seiner jugendlich wirkenden Frische einen politischen Neubeginn in Frankreich ermöglichen werde.

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