Neuer Oppositionsführer in Spanien: Rajoy schließt neue Wahl aus

Rund 188.000 Mitglieder der oppositionellen spanischen Sozialisten sind am Sonntag aufgerufen, unter drei Kandidaten ihren künftigen Chef zu bestimmen. Der studierte Ökonom zählt zum linken Flügel der PSOE.

Die Wahl von Sánchez könnte Folgen für die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Rajoy haben.

"Was der Ministerpräsident dieses Landes fürchtet, ist eine geeinte PSOE und das ist, was wir ab morgen haben werden", sagte Sánchez.

Nach der Auszählung aller Stimmen riefen Unterstützer vor dem Sitz der sozialistischen Partei: "Pedro!" Der Hochschullehrer setzte sich gegen die als Favoritin geltende Susana Díaz klar durch. Fast 190 000 Parteimitglieder waren wahlberechtigt.

Mit dem Spitzenkandidat Sanchez hatte die PSOE bei der Parlamentswahl im Dezember 2015 und bei der Neuwahl im Juni 2016 die schlechtesten Ergebnisse der Parteigeschichte erzielt. "Zudem wollte er am Wahlversprechen und am Beschluss der Parteiführung festhalten, unter keinen Umständen erneut den konservativen Mariano Rajoy an die Macht zu bringen". Im Gegensatz zu seinen parteiinternen Gegnern war er dafür eingetreten, mit der linksgerichteten Partei Podemos und der liberalen Partei Ciudadanos eine Koalition zu bilden und so die Regierung Rajoy abzulösen. Falls es jedoch weitere Korruptionsfälle gebe, in die die Volkspartei involviert sei, werde er eventuell sein eigenes Misstrauensvotum präsentieren. Knapp acht Monate nach seinem Rücktritt als Generalsekretär der PSOE erhielt er bei einer Urabstimmung die Mehrheit, wie die Partei am Sonntagabend mitteilte. Andernfalls hätten die Spanier ein drittes Mal wählen müssen.

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