Nord-SPD geht mit Parteichef Schulz in Wahlkampfendspurt

München - Die Umfragewerte sinken - und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz reagiert gelassen darauf, weil er die Schuldigen bereits identifiziert hat. Der Union warf Schulz einen Rechtsruck vor. "Wer mit mir koalieren will, muss sich mein Programm angucken und unterschreiben". Schulz habe als Agenda- und Groko-Kritiker einen großen Start hingelegt - mittlerweile sei er aber "als Kandidat des Weiter so und braver Ziehsohn seines Vorgängers Sigmar Gabriel" hart gelandet. Wenn der Kanzler direkt gewählt werden könnte, würden sich laut Forsa-Umfrage 47 Prozent aller Wahlberechtigten für Merkel entscheiden und 28 Prozent für ihren Herausforderer Schulz, der damit nun 19 Punkte hinter der amtierenden Kanzlerin rangiert.

Der anfängliche Hype um SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ist ins Stocken geraten. Seine Begründung: Die AfD zerlege sich selbst und die CDU greife die Wähler ab, die der AfD den Rücken kehren. Die Union liegt in den am Mittwoch veröffentlichten Umfragen mit 36 beziehungsweise 34 Prozent deutlich vorne. Der SPD-Chef wirft zum Schmunzeln vieler Wähler der Merkel-CDU einen "Rechtsruck "vor, doch offensichtlich vollzieht der frühere EU-Parlamentspräsident tatsächlich vielmehr einen Linksruck, um zu dieser Erkenntnis zu kommen". Laut GMS scheint sich damit abzuzeichnen, dass der anfängliche Stimmenzuwachs der SPD nicht bis zur Bundestagswahl im September tragen wird. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen zusammen fünf Prozent. Der Anstieg der Werte der Union sei allein mit der Selbstzerfleischung der AfD zu erklären. Als Beleg führte Schulz die Leitkultur-Thesen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière an. Wenn die SPD kurzzeitig unter 30 Prozent liege, "macht das auch keinen nervös".

Zuletzt waren die Medien voll mit Nachrichten und Bildern von Angela Merkel beim Besuch in Saudi-Arabien, beim EU-Brexit-Gipfel oder beim Treffen mit Wladimir Putin in Sotschi.

Sein eigenes Handeln stellt Schulz natürlich nicht in Frage.

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