Ärger um Tuifly belastet Tui

Dabei kosteten massenhafte Krankmeldungen bei Tuifly im Oktober den Konzern 24 Millionen Euro. Schon im Februar hatte Tui angekündigt, trotz politischer Krisen in vielen Urlaubsgebieten seine Expansion vorantreiben zu wollen. Der operative Verlust auf EBITA-Basis hat sich von 312,6 Millionen Euro auf 274,1 Millionen Euro reduziert.

Die vorbereitenden Gespräche mit der EU-Kommission seien fast abgeschlossen, danach werde die Genehmigung beantragt, erklärte Joussen. Dafür sieht es bei Tui schon gut aus: Früheren Angaben zufolge lief das Sommergeschäft für 2017 gut an.

Ein Lob wäre also durchaus angebracht, hätte sich die Führung bei der Kommunikation über den Tuifly-Niki-Deal nicht so ungeschickt angestellt.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahrs 2016/17 (bis Ende März) lag der operative Verlust (bereinigtes Ebita) bei 214 Millionen Euro nach 206 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie TUI am Montag mitteilte. Im Juni soll das neue "Mein Schiff 6" auslaufen, 2018 und 2019 sollen zwei weitere neue Ozeanriesen der "Mein-Schiff"-Flotte bei Tui Cruises in Dienst gestellt werden".

Tui-Chef Joussen verlagert den Schwerpunkt des Konzerns weg vom umkämpften Veranstalter- und Fluggeschäft hin zu lukrativeren Hotel- und Kreuzfahrtangeboten. Auch die Flotten der Hapag-Lloyd-Cruises sowie von Thomson Cruises werden erweitert und modernisiert. Hotels & Resort schreiben ein Plus von 122,8 Millionen Euro. Euro Verlust im Vorjahr.

Im Winter kam Tui zugute, dass sich hohe Abschreibungen auf die Beteiligung an der Container-Reederei Hapag-Lloyd nicht wiederholten, wie ein Konzernsprecher sagte. Ihre Gewinne fahren sie im Sommer ein.

Einer der Gründe war, dass das umsatzstarke Osterreisegeschäft dieses Jahr in den April fiel und der Effekt sich nicht in den Halbjahreszahlen niederschlägt.

Vorstandschef Fritz Joussen äußerte sich dennoch zuversichtlich, den bereinigten operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September um mindestens zehn Prozent zu steigern. In diesem Resultat sind aber auch aufgegebene Geschäftsbereiche berücksichtigt - klammert man diese aus und schaut sich den Umsatz zu konstanten Wechselkursen an, ergibt sich ein Plus von 8,2%.

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