Rot-Grün in NRW abgewählt - Kommt Schwarz-Gelb?

Bei der CDU herrschte Begeisterung über die siegreiche Aufholjagd gegen die lange Zeit in den Umfragen führende SPD.

59 Prozent der Nordrhein-Westfalen halten Kraft für eine "gute Ministerpräsidentin" - aber immerhin 45 Prozent trauen auch Armin Laschet zu, das Amt gut auszufüllen.

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) tritt von ihren Parteiämtern zurück.

Nach den Erfolgen von Union und FDP in NRW hat sich der CDU-Politiker Jens Spahn für eine schwarz-gelbe Koalition in Düsseldorf ausgesprochen. Es werde voraussichtlich wieder ein Kulturstaatssekretär in der NRW-Staatskanzlei angesiedelt, sagte der CDU-Kulturpolitiker Thomas Sternberg am Montag der Deutschen-Presse-Agentur. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis ist neben einer großen Koalition unter Führung des CDU-Wahlsiegers Armin Laschet auch eine schwarz-gelbe Koalition denkbar - mit knapper Mehrheit. Die SPD habe aber das Vertrauen der Wähler nicht mehr gewinnen können.

Aus dem Schritt resultierten aber keine Zwangsläufigkeiten für die Wahl auf Bundesebene.

Nach der Abwahl der rot-grünen NRW-Landesregierung analysieren die Parteien in Berlin und Düsseldorf am Montag die Ergebnisse.

Die SPD und Schulz haben sich dafür entschieden, die soziale Gerechtigkeit zum großen Thema im Bundestagswahlkampf zu machen. Kraft war noch am Sonntagabend nach Bekanntwerden der ersten Hochrechnungen von ihren SPD-Führungsämtern zurückgetreten. Wie schon im Saarland und in Schleswig-Holstein ist das Ergebnis für den SPD-Hoffnungsträger Martin Schulz jedoch katastrophal. "Die FDP ist ein bisschen im Bundestagswahlmodus", sagte Laschet in Berlin zu kritischen Äußerungen von FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner über die Union. Allerdings sei klar, das weiterhin gelte, was die FDP vor der Wahl gesagt habe: "Wir treten nur dann in eine Koalition ein, wenn sie wirklich unsere Handschrift zeigen kann".

Für Angela Merkel bedeutet der dritte Erfolg der CDU in diesem Jahr starken Rückenwind. Die Linkspartei scheitert mit 4,9 Prozent. Die Grünen stellen 14 Abgeordnete, die FDP 28, die AfD 16.

Der SPD ist auch die nordrhein-westfälische Landtagswahl vor zwölf Jahren noch gut in Erinnerung: Am 22. Mai 2005 bekamen die Sozialdemokraten mit Ministerpräsident Peer Steinbrück als Spitzenkandidat 37,1 Prozent der Stimmen und unterlagen der CDU von Jürgen Rüttgers, der 44,8 Prozent für die Christdemokraten holte.

Drittstärkste Kraft wurde mit 12,6 Prozent die FDP. Die AfD zieht dagegen mit 7,4 Prozent erstmals ins Düsseldorfer Landesparlament ein. Die bislang an der Regierung beteiligten Grünen stürzten auf 6,4 Prozent.

Dazu kommt, dass 70 Prozent der Menschen in Nordrhein-Westfalen sagen, Merkel sorge dafür, dass es uns in einer unruhigen Welt gut gehe.

- Die Piraten sind mit nur 1,0 Prozent der Stimmen auch aus dem letzten Landtag geflogen.

Die absolute Mehrheit liegt bei 99 Sitzen.

Ausgabe: