Russlands Präsident Putin will Notizen zu Trumps Gespräch mit Lawrow veröffentlichen

Tel AvivNach Vorwürfen über eine Weitergabe sensibler israelischer Geheimdienstinformationen durch US-Präsident Donald Trump an Russland hat Israel die Stärke des Bündnisses betont. Sie waren mit einer der höchsten Geheimhaltungsstufen belegt und wurden laut "Washington Post" nicht einmal innerhalb der US-Regierung verbreitet. "Zu keinem Zeitpunkt sind Geheimdienstquellen oder -methoden diskutiert worden".

Nach der Weitergabe der Informationen hätten Vertreter des Weissen Hauses Schritte unternommen, um den Schaden einzudämmen, berichtete die Zeitung. Trump selbst schrieb in sozialen Netzwerken: "Als Präsident wollte ich mit Russland Fakten teilen (.), wozu ich absolut das Recht habe, die den Terrorismus und die Luftverkehrssicherheit betreffen."Sein Vorgehen sei von "humanitären Gründen "motiviert gewesen". "Die heute abend veröffentlichte Geschichte ist falsch", sagte der nationale Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster am Montagabend (Ortszeit) in einer kurzen Erklärung vor Reportern im Weißen Haus.

In US-Medien war Trump unterstellt worden, mit den Informationen vor Lawrow geprahlt zu haben. Chaffetz berief sich auf den Bericht der "New York Times", demzufolge Comey zu jedem seiner Gespräche mit Trump Memos geschrieben hatte. Direkt wollte die Regierung in Tel Aviv die Vorgänge allerdings nicht kommentieren. Gestern dementierte der Nationale Sicherheitsberater H.R. McMaster "die Prämisse" eines Artikels, mit dem die "Washington Post" zuvor für Aufsehen gesorgt hatte. "So ist es gewesen und so wird es weiter sein", schrieb Lieberman. Dem Bericht zufolge handelte es sich um Informationen über eine mögliche Bedrohung durch IS-Terroristen, die im Zusammenhang mit der Nutzung von Laptops an Bord von Flugzeugen stünden. Großbritannien verhängte im März ein ähnliches Verbot. Doch obwohl Trump bei der anschließenden Pressekonferenz in Washington versprach, das bilaterale Verhältnis der beiden Staaten werde künftig "unschlagbar" sein, traten doch deutliche Differenzen zutage. Es seien bei der Unterredung keine Geheimnisse gelüftet worden, die nicht schon vorher öffentlich bekannt gewesen seien, sagte er.

Am Mittwoch äußerte sich auch Russlands Staatschef zu der Angelegenheit. Putin sagte zu der Kontroverse in den USA, dort entwickele sich "politische Schizophrenie".

Lawrow und der russische Botschafter Sergej Kisljak konnten nicht glauben, was ihnen der US-Präsident alles anvertraute.

Über die geheimdienstliche Plauderei hatte zunächst die "Washington Post "berichtet, die "New York Times "bestätigte am Dienstag, dass die betreffenden Infos aus Jerusalem stammten". Sie trifft den Präsidenten zu einer Zeit, in der er wegen des Streits um die Entlassung des Chef der Bundespolizei FBI, James Comey, unter Druck ist. Der Präsident ließ jedoch offen, ob die "Fakten" als geheim eingestuft waren. Der ehemalige FBI-Vizedirektor kritisiert Trump.

Der Präsident habe den "größten Respekt für unsere Strafverfolgungsbehörden und alle Ermittlungen", wurde der Regierungsvertreter weiter zitiert.

Hans-Christian Ströbele, Geheimdienstexperte der Grünen und Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages: "Es handelt sich um einen schweren Verstoß gegen die international geltenden Regeln zur Zusammenarbeit der Geheimdienste". "Es gibt auch Memos über andere Treffen". "Offenkundig sind die in einer Abwärtsspirale", erklärte der republikanische Senator Robert Corker über Trumps Regierung: "Das Chaos, das durch Mangel an Disziplin entstanden ist, schafft eine besorgniserregende Umgebung".

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