"Über allem steht die WM 2018": Löw und Kuntz lüften Kader-Geheimnis

Frankfurt. Einen Monat vor dem Eröffnungsspiel wird Joachim Löw am Mittwoch (13 Uhr) den Kader von Fußball-Weltmeister Deutschland für den Confederations Cup präsentieren. Ein ehemaliger Sportdirektor lobt das Schonprogramm für die Topspieler.

"Wir haben es nicht ganz so einfach", gestand der Bundestrainer.

Das von ihm angekündigte Gespräch mit Bundestrainer Joachim Löw stehe aber noch aus, berichtete der Offensivspieler von Borussia Dortmund am Wochenende nach dem 1:1 in der Bundesliga beim FC Augsburg.

Dem 57-Jährigen dient das vom 17. Juni bis 2. Juli in Russland terminierte Acht-Nationen-Turnier unter Fifa-Hoheit nur als Talentschau.

Löws Problem ist aber auch, dass praktisch zeitgleich vom 16. bis 30. Juni die Europameisterschaft der U21-Junioren ausgetragen wird. Auch in Polen will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein Topteam aufbieten, das möglichst um den Titelgewinn mitspielen kann. Die Verteilung der jungen Nationalspieler ist "nicht einfach", wie Löw zugab. Der DFB-Chefcoach wird darum auch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit U21-Trainer Stefan Kuntz die beiden Turnierkader präsentieren. Seine Devise lautet: "Über allem steht die WM 2018". "Den WM-Titel zu gewinnen, das ist mein und unser aller Ziel", sagt der Bundestrainer und verschweigt dabei, dass mehrere Leistungsträger über ihre Berater auf eine Befreiung von einem Leistungstest drängten, der Marktwert und Strahlkraft für diejenigen, die sich schon Weltmeister nennen, nur bedingt steigert. "Die ist auch wichtig".

VORBILDER: Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Benedikt Höwedes, Mats Hummels, Sami Khedira und Mesut Özil führten die U21 vor acht Jahren zum EM-Sieg und wurden fünf Jahre später in Brasilien Weltmeister. Für die aktuell hochtalentierte U21-Generation erhoffen sich Kuntz und Löw einen ähnlichen Weg. Wo sind Talente wie der Schalker Leon Goretzka, Leipzigs Angreifer Timo Werner, der Bremer Serge Gnabry oder der künftige Bayern-Profi Niklas Süle sinnvoller aufgehoben? "Jeder spielt gerne für sein Land", sagte Mario Gomez, ein denkbarer Leitwolf für den unerfahrenen Confed-Cup-Kader. Nach der Verletzung des Dortmunders Julian Weigl (Sprunggelenksbruch) sind das 14 Youngster mit Länderspielerfahrung. Natürlich will sich das Team in der Gruppe B gegen Australien (19. Juni), Chile (22. Juni) und Kamerun (25. Juni) nicht blamieren, aber die Besten braucht es ein Jahr vor der WM in Russland noch nicht. Gespielt wird in vier russischen Städten: Kasan, Moskau, Sotschi und im Endspielort St. Der Gruppenerste und -zweite ziehen in das Halbfinale ein.

Ausgabe: