Vor Evangelischem Kirchentag: Gabriel ruft Religionsvertreter zum Dialog auf

In einer Welt voller pseudo-religiös aufgeladener Konflikte sei es wichtiger denn je, auf den Dialog zwischen den Religionen zu setzen, betonte der SPD-Politiker. "Ich habe Vertrauen in das große Friedenspotenzial aller Religionen", sagte Gabriel am Montag zum Auftakt einer dreitägigen Konferenz mit Religionsvertretern aus 53 Ländern im Auswärtigen Amt.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Bedeutung der Religionen bei der Lösung von politischen und wirtschaftlichen Konflikten hervorgehoben. Es gehöre zur Verantwortung der Religionen, "nicht zur Spaltung, Radikalisierung und zu Konflikten beizutragen". Man mache sich oft zu klein und stelle sein Licht unter den Scheffel, so Wenderlein.

Der Großmufti in Bosnien und Herzegowina, Reis-ul-ulema Husein Kavazovic aus Sarajevo, betonte, dass auch der Islam zum Frieden aufrufe. Nach dem Koran dürfe es "keinen Zwang im Glauben und keine Übertreibung in der Ausübung der Religion" geben, so der Großmufti.

Der Jerusalemer Oberrabbiner David Rosen führte den Missbrauch von Religion darauf zurück, dass diese auch der Abgrenzung und Identitätsstiftung von Gruppen diene. Die Vorsitzende des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen, Agnes Abuom, hob den Zusammenhang von Frieden und Gerechtigkeit hervor. "Ich zumindest kenne keine Religionsgemeinschaft, die in ihren geschriebenen oder überlieferten Ideen sich nicht genau das zum Ziel macht, nämlich Frieden zwischen Menschen und vor allen Dingen mit Gott zu schaffen". Langfristig will das Auswärtige Amt Religionsgemeinschaften, die sich für Frieden und Stabilität einsetzen, als strategische Partner für ein tragfähiges Netzwerk gewinnen.

Auch zahlreiche jüdische Vertreter nehmen an der Konferenz teil.

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