AfD rügt Poggenburg wegen "NPD-Slogan" ab

Nach einer nationalistischen Äußerung des Landesvorsitzenden der AfD in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, hat Bundeschefin Frauke Petry die Spitzenkandidaten ihrer Partei für die Bundestagswahl in die Pflicht genommen.

AfD-Bundeschefin formuliert nach den fragwürdigen Äußerungen Poggenburgs in der Chat-Affäre ein klare Ansage an Gauland und Weidel.

Vor wenigen Tagen waren Protokolle einer internen Chat-Gruppe der AfD in Sachsen-Anhalt öffentlich geworden. Der Bundesvorstand in Berlin sprach gegen Poggenburg am Montag eine Rüge aus. "Dazu gehört auch, abseitigen Positionen wie der neuerlichen von André Poggenburg deutliche Grenzen zu setzen". Außerdem habe er an anderer Stelle "in Imitation eines NPD-Slogans: 'Deutschland den Deutschen'" geschrieben.

In dem Beschluss heißt es, Poggenburg habe sich in der Unterhaltung nach dem Bedarf "über eine Weiterbildung in Sachen 'Erweiterung der Außengrenzen'" erkundigt. Der einstimmige Beschluss wurde in einer Telefonkonferenz getroffen. Poggenburg wurde außerdem dafür kritisiert, dass er nicht eingeschritten sei, als in der Chat-Gruppe "von einer 'Machtergreifung' und dem 'Sieben' von Journalisten gesprochen" wurde. "Alice Weidel und Alexander Gauland haben die Aufgabe, die Partei während des Wahlkampfs zu führen", sagte Petry der "Welt am Sonntag". Damit schade er der Partei massiv im Wahljahr.

Weidel behauptete, die AfD verstehe sich als eine "Partei des politischen Realismus", die Probleme lösen wolle. "Wer das nicht versteht, hat in der AfD nichts zu suchen".

Poggenburg war in Mainz nicht anwesend. Er ist neben dem Thüringer Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke einer der bekanntesten Vertreter, die offen ein völkisch-nationalistisches Weltbild pflegen. Gegen Höcke läuft ein Parteiausschlussverfahren, das der Bundesvorstand im Frühjahr mit vier Gegenstimmen beschlossen hatte. Darin hatte er eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad "gefordert".

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