Arabische Staaten verhängen Sanktionen im Streit mit Katar

Doch es ist nicht der einzige Versuch, die Lage zu deeskalieren. Sie werfen dem Land vor, Terrororganisationen wie die Muslimbruderschaft und den Islamischen Staat zu finanzieren.

Dem Medienbericht zufolge reisten Experten der US-Bundespolizei FBI Ende Mai nach Katar, um den mutmaßlichen Cyberangriff zu untersuchen. Die Bundesregierung rief alle Seiten zum Dialog auf. In einem Telefonat mit dem saudi-arabischen König Salman habe Trump am Dienstagabend die Notwendigkeit der Einheit der Golfstaaten betont, teilte das Weiße Haus mit. Doch seine Rivalen wollen erst nachgeben, wenn Katar seine Politik ändert. In Katar befindet sich der größte US-Militärstützpunkt in der arabischen Welt.

Die Krise ist das Ergebnis einer katarischen Außenpolitik, an der sich die Golfnachbarn seit langem reiben, vor allem das mächtige Saudi-Arabien. Die Menschen in Katar würden Blockaden und den Abbruch diplomatischer Beziehungen zu spüren bekommen, aber auch die deutsche Wirtschaft sei betroffen. Der Sportteil der regierungstreuen Zeitung "Al-Arab" titelte am Freitag: "Bayern München: Unsere Beziehung zu Katar ist stark und wird durch die gegenwärtige Lage nicht beeinflusst werden". Deutschland habe ein Interesse an einer friedlichen Lösung, sagte er. Mögliche Auswirkungen auf die Versorgungslage seien noch nicht absehbar. So wie es Außenminister Gabriel am Mittwoch im Gespräch mit dem saudischen Außenminister in Berlin getan hat. Doch wer weiß schon, was der US-Präsident morgen twittert. Katar müsse seine Politik ändern und sich vom Iran distanzieren. Die Türkei unterhält bereits eine Militärbasis in Katar. Katarische Maschinen dürfen Saudi-Arabien nicht einmal mehr überfliegen. Wann oder wie viele Soldaten entsandt werden sollten, blieb offen. In der gegenwärtigen Situation, wenige Tage nach der Zuspitzung der Krise um Katar, gießt dieser Anschlag zusätzliches Öl ins Feuer der regionalen Spannungen. In Regierungskreisen in Katar hieß es, es würden Gespräche mit dem Iran und der Türkei über Wasser- und Lebensmittellieferungen geführt.

Er sei besonders dem Emir von Kuwait für seine Vermittlungsbemühungen dankbar, sagte Gabriel. Doha habe "bis zu eine Milliarde Dollar" Lösegeld an eine mit der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) verbündete Terrorgruppe bezahlt, die im Irak Mitglieder der katarischen Königsfamilie entführte habe, sagte Ägyptens Vize-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ihab Mustafa. In zwei weiteren Tweets schrieb er: "Sie haben gesagt, dass sie eine harte Linie gegenüber der Finanzierung von Extremismus einschlagen werden, und alle Hinweise haben auf Katar gezeigt". Am Montag hatten Saudi-Arabien, die Emirate, Bahrain, Jemen, Ägypten, eine der beiden Regierungen in Libyen und die Malediven alle Beziehungen abgebrochen. Begründet wurde dies unter anderem mit Verbindungen Dohas zu "Terrororganisationen". Als achtes Land hat sich Mauretanien dem Boykott angeschlossen. Der arabische Nachrichtensender al-Dschasira hat seinen Sitz in Katar.

Das Emirat Katar im Osten der arabischen Halbinsel ist geografisch zwar nur etwa halb so groß wie Hessen, gewinnt international aber sowohl politisch als auch wirtschaftlich immer mehr an Bedeutung. Auch andere Länder boten sich als Vermittler an. Die Nachbarländer schlossen die Grenzen.

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