Dortmund trennt sich von Tuchel

Sein Versprechen, den Weggang gleich aller drei Stars Ilkay Gündogan Henrich Mchitarjan und Hummels zu verhindern, kann BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nicht halten. In der rechten Hand hält er den Schlüssel, links einen Zettel. Watzke und Zorc legten Tuchel die Gründe für ihre Entscheidung dar. Tuchel, ein versessener Detailfresser mit unverrückbaren Vorstellungen, ist in Dortmund überall angeeckt.

Zuvor hatte Thomas Tuchel der "Bild" gesagt: "An der Kürze der Saison-Analyse kann man sich denken, wie es ausgegangen ist".

Beide Parteien lieferten sich in den letzten Monaten, mindestens aber seit dem verhängnisvollen Anschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus am 11. April, eine öffentliche Schlammschlacht - und einen Krieg um die Deutungshoheit in Bezug auf zahlreiche, überwiegend außersportliche Themen. "Die Leistung war ein einziges Defizit". Watzke begründete das mit "Vertrauensschutz", der fester Bestandteil der "Führungskultur" des BVB sei.

Der BVB verliert in Darmstadt. Zuletzt gab es unterschiedliche Auffassung zwischen Trainer und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei der Frage, ob die Champions-League-Partie gegen Monaco nur einen Tag nach dem Sprengstoffanschlag auf den Teambus hätte ausgetragen werden dürfen.

Schon seit Längerem stand nicht mehr die gesamte Mannschaft hinter Tuchel. Er bringt seine Bedenken zum Ausdruck, ob das Saisonziel (direkte Champions-League-Qualifikation) nicht doch zu ambitioniert ist: "Vielleicht muss einfach mal da ein Umdenken stattfinden".

Wirklich überraschend kam die Nachricht von der Entlassung Tuchels deshalb eigentlich nicht mehr. Grund ist ein praktischer: Man wollte sich ohne Öffentlichkeit treffen. Unmittelbar vor der seit Wochen angekündigten Saisonanalyse, die von Kennern schon lange als Entlassungsgespräch bezeichnet wird, hatte der 43-Jährige einen Twitter-Account eingerichtet. Freue mich, dabei zu sein! Über diesen Kanal gab er noch vor seinem ehemaligen Arbeitgeber den eigenen Rauswurf bekannt: "Ich bin dankbar für zwei schöne, ereignisreiche und aufregende Jahre". "Schade, dass es nicht weitergeht", schrieb er im Internet.

Wie erklärt der BVB die Entlasssung seines Erfolgs-Trainers?

Borussia Dortmund trennt sich von Trainer Thomas Tuchel - und ein monatelanges Ränkespiel geht zu Ende. Am Ende seines Schreibens bittet der Sauerländer "um Verständnis" dafür, dass der BVB "weder heute noch in Zukunft genaue Erklärungen abgeben" könne. In einem "offenen Brief" an die 150 000 Mitglieder und zahllosen Fans ließ Watzke tief blicken: Er und Sportdirektor Michael Zorc hätten sich "in der Zusammenarbeit mit dem Trainerteam aufgerieben".

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