Etihad sagt Kooperation mit Tui ab

Doch die große Zeit ist längst vorbei. Nach dem Regierungswechsel in NRW und der Abwahl der rot-grünen Regierung verhandeln in Düsseldorf aktuell die CDU und die Liberalen über ein Bündnis und die künftige Wirtschaftspolitik. Sie bildet nun eine von zwei separaten Geschäftseinheiten, wie Air Berlin und ihr arabischer Großaktionär Etihad am Freitag mitteilten. Dem Air-Berlin-Management wolle man bei seinen Umstrukturierungsbestrebungen zur Seite stehen, erklärte Etihad.

Und dass nun Lufthansa Air Berlin übernimmt, ist bei weitem noch nicht ausgemacht. Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann fasst zumindest eine erweiterte Partnerschaft mit der Lufthansa ins Auge.

Branchenexperte Thomalla sieht auch für Air Berlin noch eine Überlebenschance - bei einem Schulterschluss mit Lufthansa. Das zeigt allein ihre Nachfrage, ob ein Antrag auf Bürgschaft geprüft werden könne.

Air Berlin hatte bereits vor dem geplatzten Joint-Venture mit schwerwiegenden Problemen im Flugbetrieb zu kämpfen. Ein "tragfähiges Zukunftskonzept" sei die Mindestvoraussetzung für die Gewährung solcher Hilfe, hieß es vom Bundeswirtschaftsministerium. Lufthansa-Chef Carsten Spohr war laut Medienberichten Ende April mit einer Wirtschaftsdelegation von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Abu Dhabi gereist und könnte mit Etihad gesprochen haben. Euro von Air Berlin an den arabischen Hauptaktionär Etihad verkauft. Ernst könnte es für die verbliebene Air-Berlin-Verwaltung werden, die zu einem guten Teil durch Personal von Eurowings ersetzt werden könnte.

Der vollzogene Schwenk führte zu einer Aufspaltung von Air Berlin in drei Geschäftseinheiten. Die Nachricht hat die Airline-Belegschaften in Wien und Berlin beunruhigt. "Damit verzettelten die über Jahre ihre Kräfte" sagt der Hamburger Airline-Experte Gerald Wessel, "während Billigflieger wie Ryanair und Easyjet das Preisniveau auf vielen Strecken immer weiter nach unten drückten". Der 2006 an die Börse gegangene Konzern ist nur noch lächerliche 100 Millionen Euro wert - gestern ging es fünf Prozent bergab. Schulden in Höhe von weit mehr als einer Milliarde Euro lasten schwer. "Air Berlin muss eine verbindliche Garantieerklärung darüber abgeben, dass der Flugplan eingehalten wird".

Ob Letzteres dazu beigetragen hat, dass die Araber nun den geplanten Ferienflieger zusammen mit Tui platzen ließen, ist unklar. Nach eineinhalb Jahren Verhandlungen über die Details des Geschäftes ist der Deal abgesagt worden.

Der geplante, aber noch nicht vollzogene Verkauf der Niki-Anteile von Air Berlin an Etihad soll nach Aussage beider Parteien über die Bühne gebracht werden. Der Pauschalflieger, der zunächst mit seinem täglichen "Mallorca-Shuttle "bekannt wurde, wandelte sich Schritt für Schritt zu einem Vollanbieter und zu einer echten Herausforderung für den staatlich subventionierten Platzhirschen Lufthansa". Gründe für den Abbruch der Gespräche wurden nicht genannt. Air Berlin betonte, mit dem Abbruch der Verhandlungen sei ausschließlich eine Änderung der Gesellschafterstruktur verbunden.

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