Feuergefahr in London: Tausende Menschen müssen ausziehen

"In anderen wird es notwendig sein, dass die Menschen die Häuser zeitweise verlassen, wie es im Stadtteil Camden der Fall war". Der Verband der britischen Versicherer teilte am Sonntag mit, die Abgeordneten aufgefordert zu haben, die Brandschutzbedingungen seit 2009 zu überprüfen. Am Ende hätten die Fachleute gesagt, sie könnten die Sicherheit der Menschen in den Wohnblocks nicht garantieren.

Damit müssen womöglich tausende weitere Briten in Kürze ihre Wohnungen verlassen.

Premierministerin Theresa May hatte nach dem Brand des Grenfell Towers angekündigt, dass täglich etwa 100 Hochhäuser im Land überprüft werden.

Bei den Gebäuden in Camden hatte eine Inspektion gezeigt, dass sie eine leicht entflammbare Außenfassade haben.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan schrieb auf Facebook von einer "Vorsichtsmassnahme" und bezeichnete die Räumung als den besten Weg, um die Bewohner zu schützen.

Ursache des Brandes sei ein defekter Kühlschrank gewesen, es habe sich nicht um Brandstiftung gehandelt, sagte Fiona McCormack von Scotland Yard am Freitag.

Nach der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower sind 60 Hochhäuser bei Sicherheitstests durchgefallen. Es sei keine Brandstiftung gewesen. Die Behörden erklärten, es sei davon auszugehen, dass rund 600 Hochhäuser mit ähnlichem Material wie im Grenfell-Tower verkleidet seien. Brandinspektoren hätten in dem Hochhauskomplex Chalcots Estate Probleme mit der Isolierung von Gasleitungen und Brandschutztüren festgestellt, die es zusammen mit einer entzündlichen Außenverkleidung zu gefährlich machten, dass die Bewohner noch eine Nacht dort schliefen, teilte die Vorsitzende Georgia Gould mit. Die Flammen hatten sich rasend schnell über die Fassade ausgebreitet, für die offenbar brennbares Material verwendet wurde. Das Hochhaus war erst vor kurzem renoviert worden.

Die Behörde untersuche allgemeine Sicherheitsverstöße und Verstöße gegen den Brandschutz.

Die Zahl der brandgefährdeten Hochhäuser in Großbritannien steigt weiter. Die Bewohner von 363 Haushalten seien in Hotels innerhalb des Stadtteils oder in der Nähe untergebracht worden. Dafür hat die Stadt Berichten zufolge bereits 68 neue Wohnungen in der Nähe des Grenfell Tower angekauft.

Wie es mit den jeweils überprüften Gebäuden weitergeht, ist noch unklar. Möglicherweise haben sich Menschen illegal in dem Sozialbau aufgehalten.

In Interviews kritisierten Bewohner die Evakuierung als Überreaktion. Er wolle nicht gehen, sagt ein Betroffener. Die tatsächliche Opferzahl könnte wesentlich höher liegen. Viele Freunde und Nachbarn seien seit dem Brand verschwunden, Kinder nicht mehr in Schulen aufgetaucht.

Betroffen sind Gebäude in 25 Kommunen.

Ausgabe: