Führende CDU-Politiker weisen Schulz-Kritik an Merkel zurück

"Das ist schon ein ungewöhnlicher Vorwurf, das Wort von einem 'Anschlag gegen Demokratie' gegen die Bundeskanzlerin zu richten", sagte CDU-Vizechef Armin Laschet am Sonntagabend vor der CDU-Präsidiumssitzung. Das zeige, dass die Verzweiflung bei der SPD angesichts der schlechten Umfragewerte "offensichtlich ziemlich groß ist".

"So groß darf die Verzweiflung niemals sein, dass wir Demokraten uns gegenseitig Anschläge auf die Demokratie vorwerfen", entrüstete sich CDU-Generalsekretär Peter Tauber via Twitter.

Seehofer bezeichnete die Äußerungen vor einer CSU-Vorstandssitzung in München als "unwürdig". Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner sagte der "Rhein-Zeitung", eine solche Wortwahl sei "eines Spitzenpolitikers nicht würdig", der Vergleich mit einem Anschlag "geschmacklos". Für die Bundesregierung sei selbstverständlich, "dass wir alle zusammen für die Demokratie arbeiten".

SPD-Fraktionschef Oppermann denkt gar nicht daran, auch nur einen Meter zurück zu rudern. Merkel wolle die Wähler einschläfern, das finde er nicht richtig, sagte Oppermann in der ARD. Weitere Links zum Thema Weiter sagte Wagenknecht: "Tatsächlich hat die Partei nun ein Wahlprogramm beschlossen, das sich noch ängstlicher vor den Wünschen der Konzernlobbyisten und Superreichen verbeugt als frühere Programme". Zwar habe Schulz in seiner Rede gezeigt, dass er noch nicht aufgegeben habe im Kampf gegen Merkel. "Und ich finde den Verzicht auf die Vermögensteuer ein richtiges Problem", fügte Kipping hinzu.

Die SPD befürchtet, dass die Kanzlerin - ähnlich wie 2009 und vor allem 2013 - mit einer Wahlkampftaktik Erfolg haben könnte, die Politikwissenschaftler als "asymmetrische Demobilisierung" beschreiben. Grünen-Spitzenkandidat Özdemir warf der SPD bei der Klimapolitik einen Etikettenschwindel vor.

Nach Martin Schulz' harschen Worten gegen den Koalitionspartner lassen empörte Reaktionen nicht lange auf sich warten.

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