Fusion von TUIfly und Niki geplatzt

Immer wahrscheinlicher wird damit eine Übernahme von Air Berlin und Niki durch Lufthansa. Der Bund will die Voranfrage für eine Bürgschaft prüfen - und verlangt ein "tragfähiges Zukunftskonzept". Folgen: Autor: Carsten Germis, Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

Air Berlin müsse jedoch seine Hausaufgaben machen und den Flugbetrieb stabilisieren, um verlorengegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Das Bundeswirtschaftsministerium wollte sich zu dem Verfahren am Donnerstag nicht äußern. Bemühungen um eine gemeinsame Ferienfluggesellschaft der Tochter Niki mit Tui waren gescheitert. Hintergrund ist, dass Etihad die Gespräche mit Tuifly für beendet erklärt hatte. Verstärkt wurde der Leidensdruck zuletzt durch den Umstand, dass die Scheichs aus Abu Dhabi auch bei der hochdefizitären und vor dem Aus stehenden Fluggesellschaft Alitalia beteiligt sind. "Im Fall von Air Berlin ist eine unternehmerische Perspektive noch nicht sichtbar", sagte Lindner.

Das allerdings dürfte für Air Berlin eine hohe Hürde darstellen, schließlich erwirtschaftete die Fluggesellschaft 2016 einen Rekordverlust von 782 Millionen Euro, weist ein negatives Eigenkapital aus und hat 1,2 Milliarden Euro Schulden.

TUI sei "weiterhin bereit, zur Stabilisierung des deutschen Luftverkehrsmarktes beizutragen" und bleibe "offen für eine Partnerschaft oder die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen, wenn dies dem strategischen Ziel diene, diesen Markt neu zu gestalten", erklärt Ebel nun. Neben der Schrumpfung der eigenen Flotte sowie der Vermietung von fast 40 Flugzeugen an die Lufthansa sollte das reine Ferienfliegergeschäft abgegeben werden. Die Zukunft der angeschlagenen Air Berlin ist damit ungewisser denn je. Dann müssten nämlich - neben den Altschulen und der ungünstigen Kostenstruktur - auch kartellrechliche Fragen geklärt werden. Er hat kurz nach seinem Start den zentralen Fehler von Air Berlin benannt: Man habe sie zu einer "eierlegenden Wollmilchsau" machen wollen, was nicht funktionieren konnte. Deshalb kam jetzt die Anfrage an die Landesregierungen.

Nach dem Scheitern des Ferienflugverbundes werden die Urlaubsflüge der Air Berlin Group nun "als separate Geschäftseinheit unter der Marke Niki weitergeführt", teilte Etihad mit. Ohne dieses Geld wäre das Berliner Unternehmen längst pleite. Sie gilt vielen als Zeichen dafür, dass Etihad an einer Gesamtlösung für Air Berlin durch Übernahme durch die Lufthansa arbeitet. Dazu könnte die bestehende Kooperation mit gemeinsamen Flügen und Bodendiensten für Etihad ausgebaut werden. Der Airberlin-Gesellschafter strebt offenbar eine Gesamtlösung für Airberlin und deren Tochter Niki an, die das Ferienfluggeschäft der hoch verschuldeten Beteiligung übernommen hat.

Ihnen sollen bei einer Mitarbeiterversammlung am Nachmittag in Hannover weitere Informationen zu den Plänen des Konzerns für eine Neu-Positionierung der konzerneigenen Tuifly mitgeteilt werden.

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