Ifo-Geschäftsklimaindex im Juni auf 115,1 Punkte gestiegen

Die Industriefirmen sind leicht optimistischer mit Blick auf die kommenden Monate, denn die Nachfrage wie auch der Auftragsbestand entwickelten sich sehr gut.

Nachdem die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen im Mai auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung geklettert war, rechnen Experten mit einem Rückgang auf 114,4 Punkte von 114,6 Zählern, die Zahlen kommen um 10.00 Uhr. "Die deutsche Wirtschaft dürfte im Frühjahr 2017 den kräftigen Expansionskurs aus dem Winterhalbjahr fortsetzen", heißt es in ihrem Monatsbericht, der am Montag veröffentlicht wurde. Die Unternehmen waren den Angaben zufolge nochmals "deutlich zufriedener " mit ihrer aktuellen Lage. Dieser erreicht einen bislang noch nicht erreichten Wert. Bauboom, konsumfreudige Verbraucher und die von der robusteren Weltkonjunktur profitierenden Exporteure schieben derzeit Europas größte Volkswirtschaft an. Bei ihrer vergangenen Konjunkturprognose im Dezember war die Notenbank noch von 1,8 Prozent Wachstum ausgegangen. Auch die Erwartungen an das Geschäft im kommenden halben Jahr verbesserten sich erneut leicht.

Die Ifo-Forscher korrigierten ihre Wachstumsschätzung für 2017 von 1,5 auf 1,8 Prozent und für 2016 von 1,8 auf 2,0 Prozent.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigster Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Das aktuelle Niveau würde ein Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von sechs Prozent nahelegen. Schon im ersten Quartal war die Stimmung der Unternehmen - egal ob Einkaufsmanagerindex oder Ifo-Geschäftsklima - im Vergleich zur tatsächlichen Entwicklung viel zu optimistisch. "Das wird sich irgendwann korrigieren, nur dann sollten wir bitte nicht den Fehler machen, dies als den Weg in die nächste Rezession zu interpretieren". Wegen der sehr guten Auftragslage sei mit steigenden Preisen zu rechnen. Risiken wie der Brexit oder eine erratische Politik in den USA, die noch vor Monaten die Wahrnehmung dominierten, werden derzeit ausgeblendet. "Mittelfristig droht sogar eine Überhitzung", sagte Burkert. "Bislang läuft aber alles noch rund".

Bis auf das Baugewerbe, wo der Indikator von hohem Niveau aus fiel, hellte sich die Stimmung in allen betrachteten Bereichen auf. "Es muss sich allerdings nun zeigen, ob die realwirtschaftlichen Indikatoren zu den äußerst guten Stimmungswerten aufschließen können".

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