Ifo Geschäftsklimaindex weiter auf Höhenflug ... nur nicht im Bauhauptgewerbe

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich erneut verbessert. Damit wurde der Rekordwert vom Vormonat überboten. Beobachter hatten für Juni mit einem leichten Rückgang auf 114,4 Zähler gerechnet.

In den deutschen Chefetagen herrscht Hochstimmung. Die befragten Unternehmen bewerteten sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate besser. Und er steigt und steigt und steigt. Gemäß dem historischen Muster legt der Ifo-Geschäftsklimaindex derzeit einen BIP-Zuwachs von rund 6 Prozent nahe. Die Ifo-Forscher korrigierten ihre Wachstumsschätzung für 2017 von 1,5 auf 1,8 Prozent und für 2018 von 1,8 auf 2,0 Prozent.

"Die Party geht weiter!" Gegenwärtig werden wir Zeuge einer solchen Entwicklung. "Daher dürfte die Wachstumsdynamik im auslaufenden zweiten Quartal nicht spürbar zurückgegangen sein". "Das wird sich irgendwann korrigieren, nur dann sollten wir bitte nicht den Fehler machen, dies als den Weg in die nächste Rezession zu interpretieren". Bereits im ersten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt mit 0,6 Prozent kräftiger als die meisten anderen Industrienationen. "Getragen wird die Aufwärtsbewegung derzeit vor allem von der lebhaften Industriekonjunktur, die nicht nur aus dem Inland, sondern auch aus dem Ausland wichtige Impulse erhält", schrieb sie in ihrem Monatsbericht.

"Für das Geschäftsklima scheint es kein Halten zu geben".

"Wir sehen drei maßgebliche Faktoren als Treiber der sehr guten Konjunktur in Deutschland", sagte der Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg, Uwe Burkert. Mittelfristig droht sogar eine Überhitzung, die sich zum Beispiel in Knappheiten am Arbeitsmarkt oder einem übertriebenen Preisanstieg an regionalen Immobilienmärkten zeigt. Er basiert auf rund 7.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels. Das könnte daran liegen, dass die Stimmung schon zu Jahresbeginn trotz hoher politischer Risiken exzellent gewesen sei und diese Risiken nun ein gutes Stück abgeklungen seien.

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