Israel beginnt mit Bau neuer Siedlung

Die Entscheidung, den Bau der neuen Siedlung in diesem Sommer zu beginnen, dürfte mit Bedacht gefallen sein und ist hochsymbolisch.

Schamir Damit errichtet Israel zum ersten Mal seit 1992, als der Likud-Politiker Jitzchak Schamir noch Ministerpräsident war, offiziell eine neue Siedlung im Westjordanland.

Israel baut erstmals seit rund 25 Jahren eine neue Siedlung im besetzten Westjordanland.

Bislang wurden vor allem bestehende Siedlungen ausgebaut. Doch kurz zuvor sorgt der erste Bau einer neuen israelischen Siedlung seit Jahrzehnten für Streit. Ein Sprecher von Palästinenserpräsident Abbas verurteilte den Bau der Siedlung und sprach von einer gefährlichen Eskalation.

Trump hatte die Region vor einem Monat besucht und setzt sich für eine Wiederaufnahme der seit mehr als drei Jahren brachliegenden Friedensverhandlungen beider Seiten ein. Die Bauarbeiten beginnen unmittelbar vor einem neuen Vermittlungsversuch der USA: Dazu hat US-Präsident Trump den Sondergesandten Greenblatt und seinen Schwiegersohn Kushner nach Jerusalem geschickt. Nach Medienberichten will er dabei Gespräche mit Netanjahu und Abbas führen. Sowohl Palästinenser als auch Israelis beanspruchen das Westjordanland für sich.

Der Bau der neuen israelischen Siedlung sei eine "Botschaft Israels, dass es nicht an den US-Bemühungen interessiert ist und sie untergraben will", teilte der palästinensische Präsidentensprecher Nabil Abu Rudeineh mit. "Es gab noch keine Regierung, die besser für die Siedlungsbewegung war als unsere, und es wird auch keine geben", schrieb Netanyahu bei Twitter. Er rief Trump dazu auf, zu intervenieren und die von ihm geschaffene Dynamik zu wahren.

Dies löste damals scharfe internationale Proteste aus. In der neuen Ortschaft nordöstlich von Ramallah sollen unter anderem die 40 Familien unterkommen, die bei der Räumung der Ansiedlung Amona ihre Häuser räumen mussten.

Mittlerweile leben im Westjordanland und Ost-Jerusalem rund 600.000 israelische Siedler.

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