Katar-Chaos in der Trump-Regierung

In einem Telefonat mit dem saudi-arabischen König Salman betonte Trump die Notwendigkeit der Einheit der Golfstaaten. Saudi-Arabien müsse die "Brüder" am Golf wieder vereinen und die diplomatische Krise beilegen. Trump werde mit allen Beteiligten sprechen, um die Situation zu beruhigen, sagte eine Sprecherin des Präsidenten.

Trump bekräftigte demnach, dass ein einheitlicher Golfkooperationsrat unabdingbar für die Bekämpfung des Terrorismus und die Förderung regionaler Stabilität sei. Außerdem schloss unter anderem der Hauptnachbar Saudi-Arabien seine Grenze zu Katar.

Der katarische Außenminister hatte sich am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP gegen eine Einmischung in die Außenpolitik des Landes verwahrt. Saudi-Arabien, federführend bei den Strafaktionen gegen den Nachbarn, hat alle Kataris zum Verlassen des Landes innerhalb von zwei Wochen aufgefordert. Außenminister Rex Tillerson habe angeboten, zu vermitteln. Katar ist stark von Importen abhängig.

Saudi-Arabien, Bahrain die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten hatten zuvor 59 Personen und zwölf Organisationen mit angeblichen Verbindungen zu Katar auf eine "Terrorliste" gesetzt. Doha habe "bis zu eine Milliarde Dollar" Lösegeld an eine mit der IS-Terrormiliz verbündete "Terrorgruppe" bezahlt, die im Irak Mitglieder der katarischen Königsfamilie entführt habe, sagte Ägyptens stellvertretender UNO-Botschafter Ihab Mustafa. Michail Krutichin, Experte für den Öl- und Gasmarkt, zum Beispiel erklärte in einem Artikel für die Zeitschrift "Forbes", dass sich der Bau einer Pipeline über Syrien für Katar schlicht nicht lohne. Damit zielte er auf den Nachrichtenkanal Al-Dschasira ab, der seinen Sitz in Katars Hauptstadt Doha hat. Der US-Präsident hatte sich in der diplomatischen Krise eindeutig auf die Seite Saudi-Arabiens und seiner Verbündeten geschlagen. Sie stießen sich vor allem an der Unterstützung Katars für die ägyptischen Muslimbrüder. Saudi-Arabien habe die gegen Qatar verhängte diplomatische und wirtschaftliche Blockade dann teilweise mit dem falschen Bericht begründet.

Aber auch eine mutmaßliche Falschmeldung vom 23. Mai, der zufolge sich das Staatsoberhaupt von Katar, Emir Tamim bin Hamad Al-Thani, freundlich gegenüber dem Iran und Israel geäußert haben soll, befeuerte den diplomatischen Bruch.

Er forderte zugleich, dass der Golfstaat seine Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus verstärken müsse, auch wenn Katar in dieser Hinsicht bereits Fortschritte gemacht habe.

Sollten sich die Vorwürfe gegen Russland bestätigen, würde dies auf russische Bemühungen zur Untergrabung der US-Außenpolitik hinweisen.

US-Regierungsbeamte sagten laut CNN, das Ziel Russlands sei es offensichtlich, einen Keil zwischen die USA und ihre Verbündeten zu treiben.

Nun ist Katar in Sachen Terroristen-Hätscheln beileibe nicht über alle Zweifel erhaben. Staatschef Recep Tayyip Erdogan sagte am Dienstag, die Türkei halte die gegen Katar ergriffenen Sanktionen für "nicht gut". Katar sei der einzige Golfstaat, der eine positive Meinung über die Türkei habe, schreibt Journalist Fatih Altayli in der Zeitung "Habertürk".

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