Stada-Übernahme durch Finanzinvestoren gescheitert

Die Übernahme von Stada durch Bain und Cinven ist geplatzt. Sie müssten aber mindestens den Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate bieten, der nur wenig unter den 66 Euro liegen dürfte.Dass Bain und Cinven einen neuen Anlauf starten wird in Finanzkreisen als wenig wahrscheinlich gesehen. Stada-Aktien fielen nachbörslich um gut sechs Prozent gemessen am Schlusskurs in Frankfurt auf rund 58 Euro.

Bad Vilbel.Der geplante milliardenschwere Verkauf des hessischen Arzneimittelherstellers Stada an die Finanzinvestoren Bain und Cinven ist nach langem Ringen knapp gescheitert.

Eine Annahmequote von 67,5 Prozent der Stada-Aktionäre hätte es für den Deal gebraucht.

Der Hersteller von Nachahmermedikamenten und rezeptfreien Markenprodukten wie Grippostad will nun seine Gewinnziele aus eigener Kraft erreichen.

Dies habe keine Auswirkungen auf die Wachstumsaussichten: Stada bestätigte den Ausblick auf das laufende Jahr und die mittelfristigen Ziele bis 2019.

Probleme der Investoren, die Anteilseigner zu überzeugen, hatten sich bereits abgezeichnet. So mussten die Finanzinvestoren jüngst die Annahmeschwelle für ihr 5,3 Milliarden Euro schweres Angebot senken und den Stada-Aktionären eine verlängerte Frist einräumen, da sich eine geringe Zustimmung abgezeichnet hatte.

Bis zum Ablauf der Angebotsfrist am Donnerstag um Mitternacht wurden der Erwerbsgesellschaft der Finanzinvestoren 65,52 Prozent der Aktien angedient, wie die Arzneimittel AG mitteilte. Bain und Cinven können aus rechtlichen Gründen zwar 2018 ein weiteres Angebot für den Pharmakonzern vorlegen, in Finanzkreisen wird dies aber als wenig wahrscheinlich gesehen.

Stada teilte mit, das Unternehmen halte ungeachtet der gescheiterten Übernahme an den Gewinn- und Umsatzzielen fest. "Wir respektieren das knappe Votum unserer Aktionärinnen und Aktionäre und verstehen es als Auftrag, unsere erfolgreiche Wachstumsstrategie weiter voranzutreiben", sagte Vorstandschef Matthias Wiedenfels. In dem Jahr will Stada weiterhin einen bereinigten Konzernumsatz zwischen 2,65 und 2,7 Milliarden Euro erreichen und einen bereinigten Konzerngewinn zwischen 250 und 270 Millionen Euro.

Aber auch die Privatanleger, die 27 Prozent der Aktien halten, haben weniger als erwartet gezeichnet, war aus Bankenkreisen zu hören. Daneben könnten auch aber auch andere Interessenten für Stada wieder ins Spiel kommen.

Die Übernahme geriet zuletzt zur Zitterpartie.

Ausgabe: