Trump ist in Russland-Affäre zur Aussage unter Eid bereit

In seiner Anhörung belastete Comey den US-Präsidenten schwer - mehr dazu hier.

Trump und sein Team stellten in ihren Attacken auf Comey zudem in den Mittelpunkt, dass dieser zugegeben hatte, Informationen über seine Gespräche mit dem Präsidenten an die Presse gegeben zu haben. Die Entfernung des Präsidenten aus Verantwortung und Oval Office.

Die Berichterstattung über die Anhörung des FBI-Chefs James Comey dominierte die US-Medien anschließend wie kein anderes Thema. Comey hatte darin notiert, dass Trump ihn um die Einstellung der Ermittlung gegen den früheren Sicherheitsberater Michael Flynn gebeten habe.

Das Entlassungsschreiben von US-Präsident Trump an FBI-Direktor James Comey hat ein gewaltiges Nachspiel. Diese Frage steht im Mittelpunkt des nationalen Selbstgesprächs, nachdem James Comey am Donnerstag im Blitzlichtgewitter eine Kongress-Anhörung verließ, wie sie Washington seit Jahrzehnten nicht erlebt hat.

Zunächst werden sich beide Parteien damit abfinden müssen, dass der vom Justizministerium eingesetzte Sonder-Ermittler Robert Mueller, Ex-FBI-Chef, in der Causa Russland seine Arbeit tut. Er attackiert den von ihm geschassten Behörden-Chef scharf und bezichtigt ihn der Lüge.

"Keine geheimen Absprachen, keine Blockierung", sagte Trump zu den Vorwürfen, er habe Einfluss auf die Justiz nehmen wollen.

Im Rosengarten des Weißen Haus widersprach Trump nun zentralen Punkten von Comeys Aussage.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich bald zum "Impeachment"-Verfahren gegen Donald Trump kommt, ist zwar mit Comeys Aussage nicht größer geworden - aber kleiner auch nicht". Als "ehrlich und vertrauenswürdig "sehen Trump laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup nur noch 36 Prozent der US-Bürger". Man wolle zur Tagespolitik zurückkehren. Sollte es Audio-Aufzeichnungen von den Gesprächen geben, ermunterte Comey das Weiße Haus, diese vollständig zu veröffentlichen. Trumps Anwalt Marc Kasowitz wies diese Vorhaltungen zurück. Er bekenne sich zum Artikel 5, sagte Trump am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem rumänischen Präsidenten Klaus Johannis.

Comey will Trumps "sehr beunruhigendes" Vorgehen nicht als "Behinderung der Justiz" werten. Die Bedrohung sei keineswegs zu Ende, sondern gehe auch nach der Wahl 2016 weiter. Das erste Statement für Trump als Reaktion auf Comey war voller Rechtschreibfehler, selbst das Wort "Präsident" war falsch geschrieben.

Trump hatte zuvor fast 46 Stunden nicht getwittert, eine ungewöhnlich lange Zeit für den Präsidenten, der in der Regel täglich mehrere Tweets absetzt. Trumps Worte: "Ich hoffe, Sie sehen einen Weg, das fallen zu lassen, von Flynn abzulassen", habe er als Anordnung verstanden. Er habe einen Freund beauftragt, nach seiner Entlassung seine vertraulichen Notizen an einen Reporter weiterzureichen, sagte Comey.

Dass der Präsident dem obersten Bundespolizisten noch dazu ein Loyalitätsbekenntnis abrang, ihn sogar um eine öffentliche Unbedenklichkeitsbescheinigung bat und Comey feuerte, als der nicht wie gewünscht lieferte, rundet für Leute wie Senator Mark Warner das "verstörende" Bild ab.

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