Verein aus Dresden Anzeige gegen Flüchtlingshelfer wegen versuchter Schleusung

Der Dresdner Verein "Mission Lifeline" ist wegen versuchten Einschleusens von Ausländern angezeigt worden. Darüber informierte die Hilfsorganisation am Montag in Dresden. Nach Angaben der Bundespolizei ging die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Dresden ein. Mit den Ermittlungen sei die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung beauftragt worden. Seine Behörde sei gezwungen, den "Sachverhalt aufzuklären".

Steier nannte den Schleuser-Vorwurf "völlig absurd und an den Haaren herbeigezogen". Seenotrettung ist Pflicht für jedes Schiff. Die Vorladung habe er zunächst für ein "Fakeschreiben" gehalten, da sie weder einen Paragrafen, noch eine Rechtsbehelfsbelehrung enthalten habe. Nun werde "Mission Lifeline "Akteneinsicht beantragen, um zu erfahren, wer die Strafanzeige gegen die Seenotretter gestellt hat, schildert Steier". Die Bundespolizei habe Steier und Pietsch für den 6. Juli zu einer Vernehmung geladen. Der Verein werde abwarten, was der genaue Wortlaut sei. Sollte sie falsche Tatsachenbehauptungen enthalten, werde man juristisch gegen den Anzeigenerstatter vorgehen, so Steier.

Der Verein "Mission Lifeline" hat sich im Mai 2016 gegründet und plant, ab September per Boot von Malta aus schiffbrüchige Flüchtlinge aus dem Mittelmeer zu retten. Bisher habe man für das Schiff gut 190 000 Euro zusammen - etwa 40 000 Euro fehlten noch.

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