Vettel schuld am Crash — FIA-Daten

"Sebastian hat sich selbst beschämt. So sollte sich kein Weltmeister benehmen". Profiteur der Probleme der WM-Favoriten war Daniel Ricciardo, der das Rennen im Red Bull vor Silberpfeil-Fahrer Valtteri Bottas und Williams-Neuling Lance Stroll gewann. Inmitten einer Unfallserie, die später sogar für eine 23-minütige Renn-Unterbrechung sorgte, hatte Vettel kurz die Nerven verloren. Jetzt droht dem erfolgreichsten Fahrer des aktuellen Starterfeldes eine Rennsperre.

Hamilton sagte über Vettel: "Wenn er zeigen will, dass er ein Mann ist, soll er aus dem Auto steigen und wir machen es von Angesicht zu Angesicht". Auslöser war, dass Sebastian Vettel bei einem Rennen am Sonntag mit Absicht gegen das Auto von Lewis Hamilton gefahren ist. Das war nicht gut. "Ich habe ihm nur gezeigt, dass es so nicht geht", sagte Sebastian Vettel.

Der von der Pole Position gestartete Engländer, der die erste Rennhälfte kontrolliert hatte, konnte aber nicht von der Strafe gegen Vettel profitieren. Weil der führende Hamilton nach dem Zwischenfall aber seinerseits an die Box musste um seinen defekten Kopfschutz zu tauschen, konnten die beiden WM-Kontrahenten im Finish nicht mehr in den Kampf um den Sieg eingreifen. "Mir tut das für Lewis leid".

Mercedes-Teamaufseher Niki Lauda sagte dazu: "Vettel ist normalerweise ein vernünftiger Kerl". Immerhin durfte er sich über Bottas' zweiten Platz freuen.

Und das punktegenau vor dem Österreich-Rennen in zwei Wochen in Spielberg. Bottas krönte damit seine Aufholjagd, nachdem er nach einem Unfall mit Kimi Räikkönen zu Beginn das Feld komplett von hinten aufgerollt hatte. Das bedeutet weitere drei Strafpunkte für den Ferrari-Piloten.

Wie Motorsport-Total berichtet, belegen Handyvideos von Zuschauern zudem, dass Vettel bereits vor dem ersten Re-Start Hamilton an dieser Stelle beinahe überholt hätte, weil er nicht mit dessen niedriger Geschwindigkeit gerechnet hatte. "Das war ein Revanchefoul", sagte Lauda.

Die Rennrichter sahen das aber anders. "Er hat beschleunigt nach der Kurve, dann gebremst".

Von Einsicht und Abbitte war der 29-Jährige aber weit entfernt. Laut Ansicht der Rennkommissare der FIA hat Hamilton keinen Fahrfehler produziert. "Dass er praktisch damit davonkommt, in einen anderen Piloten zu fahren, ist eine Schande".

"Diese Ereignisse werden ihrer Beziehung nicht helfen", sagte Wolff mit Blick auf den bislang von gegenseitigem Respekt getragenen WM-Zweikampf. Den Streckenposten auf dem Prospekt der Ölarbeiter in Baku fehlte es wohl an Erfahrung, "ein verrücktes Rennen" nannte es der Sieger Ricciardo. "Das wird mich fürs Leben zeichnen", scherzte der Youngster danach mit verzerrten Gesichtszügen. "Mir fehlen die Worte". Fast schon vergessen war, dass ihm Mercedes-Mann Bottas auf den letzten Metern noch Platz zwei weggeschnappt hatte.

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