Berlin und Paris wollen gemeinsam Kampfjet bauen

Deutschland und Frankreich wollen gemeinsam einen europäischen Kampfjet entwickeln. Das neue System solle unter Führung der beiden Länder entwickelt werden und auf lange Frist die derzeitigen Flotten an Kampfflugzeugen ersetzen, teilte der Elyseepalast nach dem Treffen des deutsch-französischen Ministerrats am Donnerstag in Paris mit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt, für die Entwicklung von Kampfflugzeugen solle "bis Mitte 2018" ein Fahrplan entwickelt werden. Macron sprach von einer "tiefgreifenden Revolution".

Derzeit verwendet die Bundeswehr unter anderem den Eurofighter und Frankreich unter anderem die Rafale als Kampfflugzeug. Die konkreten Pläne für das Projekt sollen demnach bis Mitte kommenden Jahres ausgearbeitet werden. Beide Länder wollten prüfen, ob neben der Entwicklung einer Kampfjet-Flotte auch die Beschaffung eines neuen Kampfpanzers oder eines Seefernaufklärers möglich ist. Dieser machte wegen technischer Probleme, etwa wegen Materialmängeln, zuletzt immer wieder Negativschlagzeilen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hebt hervor, es sei "viel klüger, dass wir Europäer die nächste Generation von Gerät und Technologie gemeinsam entwickeln, ob Panzer oder Flugzeuge".

Artillerie: Auch bei der Entwicklung eines neuen Artilleriegeschützes wird eine Zusammenarbeit angestrent. Deutschland hat dafür bisher die P-3C Orion im Einsatz. Die Flugzeuge können große Seegebiete überwachen, sind aber auch zur U-Bootjagd in der Lage. Ein Vertragsabschluss für waffenfähige Drohne wird vor 2019 angestrebt.

Zudem peilten die Nachbarn eine Vereinheitlichung der verschlüsselten Kommunikation ihrer Armeen an, damit die Soldaten direkt miteinander reden könnten und Zugriff auf gemeinsame Daten hätten. Die Cyber-Kommandos der deutschen und französischen Streitkräfte sollen enger zusammenarbeiten und Offiziere austauschen.

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