Handelskonzern Metro teilt sich in zwei Unternehmen

"Ein historischer Tag - für unsere Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden". Es werde damit gerechnet, dass der Lebensmittelhändler mit einem Jahresumsatz von 37 Milliarden Euro bei der nächsten Index-Überprüfung im September wieder in den MDax kommen könnte oder sogar zum Aspiranten für den Dax werde, erklärte ein Analyst. Die Anteilseigner der alten Metro sollen Aktien dieser neuen Gesellschaft erhalten - für jede Metro-Stammaktie soll es eine Stammaktie des Lebensmittelhändlers geben. Damit wurden Lebensmittelhandel und Elektronikanbieter voneinander getrennt. Denn in der neuen Metro sind nach Berechnungen der Commerzbank 80 Prozent des im Streubesitz befindlichen Börsenwertes der alten Metro gebündelt, nach Berechnungen anderer Häuser sind es 60 Prozent. Die Papiere sollen ihren Besitzern im Laufe des Tages nach Handelsschluss zugeteilt werden. Euro Jahresumsatz und mehr als 150.000 Mitarbeitern in 35 Ländern.

Die Großbanken BofA Merrill Lynch und JP Morgan sollen die neue Metro an die Börse begleiten, die dann auch ein Kandidat für das Börsensegment MDax ist. Mit dem Rechtsnachfolger der alten Metro - der Holding Ceconomy mit Europas größtem Elektronikhändler Media-Saturn - ist zunächst nur einer der beiden Konzernteile im Nebenwerteindex MDax vertreten. Dem alten Metro-Konzern ging es zuletzt nicht gerade blendend.

Die neuen Konzerne sollen sich nach dem Willen Kochs auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, um schlagkräftiger und für Investoren attraktiver zu werden. Durch die Selbstständigkeit der Sparten erhoffen sich die Manager mehr Wachstum und mehr Börsenwert.

Media Markt und Saturn waren bisher bereits in der Media-Saturn-Gruppe zusammengeschlossen - doch dieser Name wird aufgegeben. Er kündigte an, auch auf Zukäufe zu setzen. Ceconomy sei ein Start-up mit einem Milliarden-Umsatz. Er fürchtete, dass sein Einfluss in der neuen Holding schwindet. Kellerhals hatte sich juristisch erbittert gegen die Teilung gewehrt, das Amtsgericht räumte nun aber die letzte Hürde ab.

Noch anhängige Klagen gegen die Aufteilung würden nun auf dem Rechtsweg geklärt, stünden aber der Spaltung nicht mehr entgegen, betonten die Unternehmen. "Wir wollen auch eine aktive Rolle in der europäischen Marktkonsolidierung spielen", so Haas.

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