Innenstadt von Goslar evakuiert

Auch in Hildesheim stand die Evakuierung eines Wohngebiets im Raum.

Wasser steht in Rhüden (Niedersachsen) auf Straßen, die durch den Fluss Nette überflutet worden sind. In Erlangen hat sich die Unterführung "Mausloch" in eine nasse Angelegenheit für Fußgänger, Auto- und Radfahrer verwandelt.

Goslar/Bad HarzburgTief "Alfred" hat mit immensen Regenmassen Ortschaften und Straßen in Südniedersachsen geflutet und tausende Helfer in Atem gehalten.

Auch in Forchheim bekommen die Bewohner nasse Füße, doch es gab bisher keine größeren Einsätze. Ingesamt unterscheiden Experten vier Stufen, um das Ausmaß des Hochwassers zu beschreiben und einzugrenzen. Einige Bahn-Regionalverbindungen wurden gesperrt. Auch das private Bahnunternehmen Erixx meldete wegen Hochwassers Streckensperrungen.

Wegen anhaltenden Dauerregens wurden in Niedersachsens Straßen gesperrt. Goslar hat am Mittag den Katastrophenalarm ausgerufen.

In Wernigerode suchte die Polizei nach einer 69-Jährigen. Die Frau wohne direkt an der Holtemme in Wernigerode (Sachsen-Anhalt), sagte ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen. Es sei nicht auszuschließen, dass sie in die angeschwollene Holtemme gefallen sei, sagte eine Sprecherin in Halberstadt. Die 69-Jährige wurde bis zum Mittwochvormittag noch nicht gefunden.

Besonders betroffen vom Dauerregen der vergangenen Tage war nach Angaben des DWD ein Streifenvom südlichen Niedersachsen über Teile Hessens und Thüringens bis nach Nordbayern. Zahlreiche Straßen wurden überflutet, Keller liefen voll. Hunderte Rettungskräfte waren im Landkreis im Dauereinsatz. "Bisher hält alles, wir sind nach wie vor auf alles vorbereitet", sagte ein Sprecher der Feuerwehr am frühen Mittwochmorgen. In Hildesheim müssen Menschen möglicherweise evakuiert werden. Sollte geräumt werden, sind laut Stadt 1100 Menschen betroffen. "Die Türen einer Notunterkunft stehen offen", betonte der Sprecher. Die Feuerwehren kämpften vielerorts die ganze Nacht hindurch gegen die Wassermassen.

Das Wasser fließe nun unterhalb der Staumauer in einen Bach, sagte der Sprecher weiter. An einigen Stellen sickere Wasser durch die aufgeschichteten Säcke - jedoch ausschließlich an Grünflächen entlang der Innerste, einem Nebenfluss der Leine. Der Fluss Innerste erreichte am Pegel Heinde einen Rekordstand von 694 Zentimetern - viereinhalb Meter mehr als normal.

Am frühen Mittwochmorgen war auch in Bad Harzburg Land unter. Die Gemeinde war laut der Deutschen Bahn per Zug nicht mehr zu erreichen.

In der 40 000-Einwohner-Stadt Goslar selbst waren demnach ein oder zwei Straßenzüge in der Altstadt wegen des Hochwassers evakuiert worden. Mit diesem Schritt übernehme der Katastrophenschutzstab ab sofort die Gesamtverantwortung und übergeordnete Koordination aller Einsätze für das Kreisgebiet, teilte die Verwaltung am Mittwoch mit. In Göllingen im Kyffhäuserkreis verstärkte die Feuerwehr nach heftigen Regenfällen einen Damm an der Wipper. Auf Straßen gab es wegen des Wetters lange Autokolonnen.

Rund um Göttingen waren die Feuerwehren ebenfalls seit Dienstagmittag schwer beschäftigt.

Auf der Ostseeinsel Rügen wurden bei einem Unfall bei Dauerregen zwei Urlauber lebensgefährlich verletzt. Dort fielen binnen 48 Stunden verbreitet mehr als 100 Millimeter Regen - und damit teils deutlich mehr als sonst in einem gesamten Juli. Auf dem Brocken im Harz registrierte der DWD sogar 238 Millimeter Regen, in Seesen im Harz 161 Millimeter, in Helbedündorf in Thüringen 134 Millimeter und in Hessisch-Lichtenau 111 Millimeter.

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