Schwerwiegende Vorwürfe gegen Autokonzern Daimler

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet in ihrer Donnerstags-Ausgabe, dass der Konzern fast ein Jahrzehnt lang Fahrzeuge mit zu hohem Schadstoffausstoß verkauft haben soll.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt nach Messungen des KBA mit Daimler auf die Nachrüstung von lediglich 247.000 Mercedes-Fahrzeugen verständigt.

Eine Daimler-Sprecherin sagte, es handele sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Stuttgart.

Der Beschluss des Amtsgerichts Stuttgart zufolge sind Autos und Kleintransporter, bei denen die Abgasmessungen manipuliert worden sein sollen, mit den Motoren OM 642 und OM 651 ausgestattet. Sie sollen laut Stuttgarter Staatsanwaltschaft eine unzulässige Abschalteinrichtung enthalten. Damit sei die Schadstoffreinigung bei den offiziellen Messungen der Behörden auf einem Prüfstand ein- und auf der Straße weitgehend ausgeschaltet worden.

Daimler habe offenbar die unzulässige Abschalteinrichtung entgegen der Vorschriften dem Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) nicht offengelegt. "Die Gefahr einer Stilllegungsverfügung sehen wir nicht". Die Staatsanwaltschaft ermittle gegen zwei Daimler-Beschäftigte wegen des Verdachts, Autokunden seien mit verbotener Werbung in die Irre geführt und betrogen worden. Weitere Mitarbeiter könnten dem Durchsuchungsbeschluss zufolge an diesen mutmaßlichen Taten beteiligt gewesen sein.

Sollten die Behörden die Genehmigungen für die Fahrzeuge zurücknehmen, drohten weitere Schäden für die Käufer. Für einen solchen Widerruf wäre das KBA zuständig.

Dobrindt setzt vielmehr auf die Einsicht der Konzerne, dass der Schadstoffausstoß vieler Fahrzeuge nachträglich gesenkt werden muss.

Daimler hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Das EU-Recht erlaube, die Abgasreinigung teilweise auszuschalten, um die Motoren zu schützen. Daimler werde weiterhin "vollumfänglich mit den Behörden kooperieren", teilte ein Sprecher der Tagesschau auf Anfrage mit.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Juli 2017 um 19:00 Uhr.

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