Zu viel Salz im Essen erhöht Risiko für Herzschwäche

Insgesamt sprechen die Erkenntnisse für eine deutliche Reduzierung der Salzaufnahme. Die WHO empfiehlt einen maximalen Salzkonsum von fünf Gramm pro Tag und definiert einen physiologischen Tagesbedarf von zwei bis drei Gramm. Dieser übermäßige Salzkonsum hat insbesondere auf das Herzkreislaufsystem eine äußerst nachteilige Wirkung.

Ein hoher Salzkonsum erhöht das Risiko für eine Herzschwäche deutlich. "Hohe Salz-Aufnahme (Natriumchlorid) ist eine der Hauptursachen für hohen Blutdruck und ein unabhängiger Risikofaktor für koronare Herzkrankheit und Schlaganfall", sagte Prof. Diese wurde jetzt auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in Barcelona vorgestellt. Bislang sei allerdings offen geblieben, ob die übermäßige Salzzufuhr auch das Risiko einer Herzschwäche erhöht. Auf dem ESC haben finnische Forscher nun Studiendaten präsentiert, die eine Verbindung von Salz und Herzinsuffizienz herstellen. Pekka Jousilahti vom National Institute for Health and Welfare, Helsinki, Finnland mit seinem Team. Zur Erhebung des individuellen Salzkonsums wurden 24-Stunden-Urinproben gemessen, die Forscher waren damit nicht auf die Eigenangaben der Probanden angewiesen. Die Wissenschaftler untersuchten die aufgenommene Salzmenge und erhoben Gewicht, Größe sowie Blutdruck.

Im Beobachtungszeitraum von zwölf Jahren entwickelten 121 der 4.630 Studienteilnehmer eine Herzschwäche. Die Studienkohorte wurde über 12 Jahre nachverfolgt. Personen, die mehr als 13,7 Gramm Salz pro Tag konsumierten, hatten ein zweimal höheres Risiko, eine Herzschwäche zu entwickeln, als jene Gruppe, die unter 6,8 Gramm und damit am wenigsten Salz konsumierte. In Österreich wird in allen Altersgruppen mehr Kochsalz aufgenommen als die maximal empfohlenen fünf Gramm (WHO) pro Tag.

"Der übliche Salzkonsum liegt auch in Österreich deutlich über diesen Empfehlungen", erläuterte Andrea Podczeck-Schweighofer, Präsidentin der österreichischen kardiologischen Gesellschaft. Der tatsächliche Konsum liegt aber weit darüber: Der durchschnittliche Salzkonsum liegt in Deutschland laut Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bei 8,4 Gramm (Frauen) und 10 Gramm (Männer). Auch die Ergebnisse der aktuellen Studie seien "ein weiterer Hinweis, dass der kardiovaskulären Prävention durch geeignete Ernährung und andere Lebensstilmaßnahmen noch viel mehr Bedeutung zukommen sollte", betont Prof. Ein Großteil des Salzes stamme aus verarbeiteten Lebensmitteln, wobei die Hauptquellen Brot und Brötchen (27 bis 28 Prozent der Salzzufuhr), Fleisch- und Wurstwaren (15 bis 21 Prozent), Milchprodukte und Käse (10 bis 11 Prozent) seien. Häufig enthalten auch Fertiggerichte und Instantsuppen sehr viel Salz, ebenso Knabbergebäck.

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