Auswärtiges Amt: Zwei weitere Deutsche in Türkei festgenommen

Die türkischen Behörden haben zwei weitere Deutsche aufgrund politischer Vorwürfe festgenommen. Es könnte sich jedoch um einen politischen Vorwurf handeln, konkret um den Vorwurf des Terrorverdachts. Die Festnahme habe heute stattgefunden. Die deutschen Vertretungen in der Türkei haben den Angaben zufolge von nichtstaatlichen Stellen von der Festnahme erfahren. "Die Flughafenpolizei in Antalya hat dann auf Anfrage des Konsulats die Festnahme bestätigt", sagte die AA-Sprecherin. Der Bitte um einen telefonischen Kontakt von deutscher Seite wurde zunächst nicht stattgegeben. Die Bundesregierung versuche, Kontakt herzustellen und konsularische Betreuung so schnell wie möglich sicherzustellen, sagte sie: "Wir sind mit Hochdruck dran".

Bestätigt wurde nach Angaben der Sprecherin die alleinige deutsche Staatsangehörigkeit der beiden Festgenommenen. Die gesamte Bundesregierung sei nicht nur in diesen Tagen in Gedanken bei ihm. Aktuell sind demnach 55 deutsche Staatsangehörige in der Türkei in Haft, zwölf davon aus politischen Gründen. Rechtsstaatliche Verfahren müssten eingehalten werden, auch die vollständige Einhaltung des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen. Verstöße dagegen, etwa unterlassene Informationen über Verhaftungen oder das Versagen konsularischer Betreuung, seien "vollkommen inakzeptabel", so Seibert.

"Erdogan ist kein Präsident, sondern ein Geiselnehmer". Die Situation sei so ernst, "dass ich niemandem mehr mit gutem Gewissen sagen kann, dass man in der Türkei derzeit sicher ist", fügte Özdemir hinzu. Die Finanzströme in die türkischen Moscheen in Deutschland müssen sofort gestoppt werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte am Dienstag in Berlin an, Deutschland werde die Verhandlungen über eine Ausweitung der Zollunion zwischen der Europäischen Union und der Türkei blockieren.

Ob es bei der Ein- oder Ausreise am Flughafen zu den Festnahmen kam, könne sie nicht sagen, sagte die Sprecherin weiter. Die Kanzlerin hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk bereits darüber informiert.

Berlin/Antalya - Trotz massiver Proteste der Bundesregierung lässt die Türkei weitere deutsche Staatsbürger inhaftieren. Dazu gehört der Journalist Deniz Yücel, der seit nunmehr 200 Tagen im Gefängnis ist. Regierungssprecher Steffen Seibert forderte die Freilassung der Inhaftierten. Wegen der ungerechtfertigten Inhaftierungen habe sich die Bundesregierung aber zu einer Neuorientierung ihrer Türkei-Politik entschlossen.

Ausgabe: