Gruscheln, adé: Netzwerk StudiVZ ist pleite

Mit dem wachsenden Erfolg von Facebook und anderen sozialen Netzwerken wendeten sich die Nutzer ab. Unter anderem mit SchülerVZ, MeinVZ und StudiVZ dürften viele (jüngere) Menschen hierzulande vertraut sein. Nun folgen Konsequenzen: Poolworks Germany, der Betreiber von StudiVZ, hat Insolvenz angemeldet. Der Holtzbrinck Verlag hatte seine eigene, ehemalige Tochtergesellschaft Poolworks vor dem Berliner Landgericht verklagt, und bekam Recht: Drei Millionen Euro aus schon länger ausstehenden Forderungen wurden Holtzbrinck zugesprochen, was die schon damals drohende Zahlungsunfähigkeit von Poolworks offenbar nun endgültig besiegelte. Am vergangenen Donnerstag (7. September 2017) meldete das Unternehmen Poolworks dann beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz an, ist also zahlungsunfähig. Den Todesstoß gab der Ex-Eigentümer Holtzbrinck.

Zuletzt gehörte die Firma der texanischen Investmentgesellschaft Momentous Entertainment Group, die dem Portal jetzt anscheinend die Unterstützung verweigert. Man will eine Restrukturierung, den langfristige Erhalt der VZ-Gruppe sowie die "Finalisierung der neuen Kernproduktentwicklung" erreichen. Sowohl das StudiVZ als auch das MeinVZ sollen demnach für noch registrierte Nutzer verfügbar bleiben. Der neue Eigentümer hält sich bislang allerdings bedeckt.

"Leider konnte sich die amerikanischen Gesellschafter noch nicht mit dem Finanzamt über die Rückzahlung einer Summe einigen, sodass daraufhin die Insolvenz angemeldet werden musste", erklärt Poolworks den Weg zum Amtsgericht. MEG hatte StudiVZ im Februar von Vert Capital gekauft.

Eine Ära ist vorbei: Zwölf Jahre nach dem Launch steht das soziale Netzwerk StudiVZ finanziell am Abgrund. Seinen Angaben zufolge arbeiten derzeit noch sieben Mitarbeiter für die Netzwerke.

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