Munich Re kann "Harvey"-Schäden noch nicht beziffern"

So erwartet die Swiss Re, dass sich die Preise vor allem bei der Absicherung von Gebäuden und Autos zumindest stabilisieren.

Wirbelsturm "Irma" wird die Versicherungsbranche empfindlich treffen. Die Rückversicherung sieht sich derzeit noch außer Stande, die Schäden von Wirbelsturm "Harvey", der vor Kurzem den US-Bundesstaat Texas verwüstet hatte, und die Zerstörungen durch die schweren Monsunüberschwemmungen in Indien zu beziffern.

Für die Erneuerung der Verträge mit Erstversicherern wie Allianz oder Axa zum 1. Januar 2018 erwartet Wallin nach einem jahrelangen Preisverfall nun ein stabiles Prämienniveau. Die Experten rechnen mit versicherten Schäden von bis zu 65 Milliarden Dollar.

Dominiert wird das Treffen in Monte Carlo jedoch vom bangen Blick auf auf Hurrikan "Irma" über Florida. Dies habe man bereits nach den Erdbeben- und Tsunami-Katastrophen im Jahr 2011 beobachtet. Allerdings hat auch das NFIP bei Rückversicherern Schadendeckungen eingekauft, die sich laut der Ratingagentur Standard & Poor's auf rund eine Milliarde US-Dollar belaufen.

"Irma" ist der schwerste jemals in der Region registrierte Tropensturm und kam in den vergangenen Tagen auf Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 290 Kilometern pro Stunde. Die Prognosespanne ist groß, weil zum Zeitpunkt der Schätzung "Irma" noch auf dem Weg Richtung USA war.

Um die sehr erheblichen Schadenbelastungen aus Naturkatastrophen zu mindern, seien Staat und private Versicherungswirtschaft aufgefordert, Lösungen zu finden: Der Staat durch ausreichende Schadenprävention und Vorgaben wie Baustandards und vorausschauende Stadtentwicklung, die Versicherungswirtschaft durch intelligente Deckungskonzepte und die Entwicklung neuer Produkte. Die bisher rückversicherten Schadensummen seien nach den Stürmen voraussichtlich aufgezehrt. Ob hohe Schäden den seit Jahren grassierenden Preiskampf in der Branche auch insgesamt beenden werden, wagte er indes nicht vorauszusagen. Rückversicherer wie Hannover Rück, Munich Re und Swiss Re treffen sich jedes Jahr im September in Monte Carlo mit ihren Kunden und Maklern, um dort die Konditionen für die Vertragserneuerung zum folgenden Jahreswechsel abzustecken. Zuletzt hatten eher geringe Katastrophenschäden den Erstversicherern immer wieder Argumente gegeben, die Preise nach unten zu drücken.

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