Nordkorea droht im Fall neuer Sanktionen mit Gegenoffensive

Nordkorea hatte am Sonntag eigenen Angaben zufolge eine Wasserstoffbombe getestet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen.

US-Präsident Donald Trump schrieb am Dienstag auf Twitter, er wolle Japan und Südkorea massiv aufrüsten lassen. Das heiße, rasch schärfste Sanktionen anzunehmen. Der sechste Atomtest seit 2006 löste scharfe Kritik aus. Gleichzeitig mache es keinen Sinn, Russland einerseits vorzuwerfen, dass es die Sanktionen gegen Nordkorea verletze und Russland andererseits zu bitten, weitere Sanktionen zu unterstützen. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump habe Nordkorea seine Anstrengungen "verdoppelt, um die staatlichen Atomstreitkräfte zu stärken".

Das Risiko eines Nuklear-Konflikts mit Nordkorea sei derzeit die "gefährlichste Krise" der Welt, sagte UN-Chef Guterres am Dienstag in New York.

Zum Abschluss einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats am Montagabend sagte Washingtons UN-Botschafterin Nikki Haley, sie werde dem Rat einen Katalog mit härteren Maßnahmen vorlegen. Angesichts von Anzeichen für einen weiteren Raketenstart Nordkoreas sei höchste Eile geboten.

Die USA sehen Forderungen nach einem Dialog mit Pjöngjang kritisch. "Wenn ein Schurkenstaat eine Atombombe hat und mit einer Langstreckenrakete auf dich zielt, dann nimmt man nicht die Deckung herunter", sagte Haley.

Nach seinem weltweit verurteilten Atomtest hat Nordkorea für den Fall neuer Sanktionen mit Gegenmaßnahmen gedroht. Zweck der Manöver sei gewesen, sofort auf potenzielle Provokationen Nordkoreas antworten zu können.

Bis Samstag sollen weitere Marineübungen vor der Südküste der koreanischen Halbinsel folgen.

Südkoreas Präsident Moon Jae-in warnte am Mittwoch vor einer "unvorhersehbaren" Entwicklung der Nordkorea-Krise.

Trump erklärte laut Weißem Haus, im Korea-Konflikt lägen alle Optionen auf dem Tisch. Südkorea setzt darauf, dank der Aufhebung der Obergrenze für das Gewicht von Gefechtsköpfen auf südkoreanischen Raketen besser gegen die Bedrohung durch den Nachbarn gewappnet zu sein.

Doch wurde immer wieder Skepsis laut, ob sich Kim Jong Un dadurch von neuen Provokationen abhalten lässt. Alle Beteiligten müssten dazu beitragen, dass die Situation nicht eskaliere. Nordkorea habe so viele konventionelle Waffen, dass die Gefahr für Seoul und Tokio groß sei. "Es könnte das Problem nicht lösen, sondern nur den Hass Nordkoreas gegenüber China verschärfen", sagte der renommierte Professor Shi Yinhong von der Volksuniversität in Peking.

China, das wie Russland zu Zurückhaltung mahnt, befürchtet einen Kollaps des Nachbarlandes mit unkalkulierbaren Folgen.

Nach Einschätzung des auf Frieden und Sicherheit spezialisierten Nautilus Institute werden chinesische oder russische Ölkürzungen das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas nicht stoppen, sondern nur dem Wohl der Zivilbevölkerung schaden und beispielsweise zu Hungersnöten führen. Chinas Führung will vor allem Instabilität verhindern, ist aber auch schwer verärgert über die schwere Provokation Nordkoreas durch den Atomtest, wie Experten sagten.

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