NSU-Prozess: Anklage setzt Plädoyer fort

Wegen versuchtem Mord und Mittäterschaft droht ihr lebenslange Haft - und eine anschließende Sicherheitsverwahrung, um die Allgemeinheit vor ihr zu schützen. Weingarten schilderte zunächst die Tathandlungen, die ihm vorgeworfen wurden, dass er nämlich für Zschäpe, Böhnhardt und Mundlos drei Fahrzeuge mietete, die diese für Banküberfälle und den Sprengstoffanschlag in der Kölner Probsteigasse nutzten, zwei Bahncards zur Verfügung stellte, fortlaufend abonnierte und bezahlte sowie nach einem Wasserschaden im Haus der NSU-Wohnung gemeinsam mit Zschäpe bei der Polizei eine Aussage machte und Zschäpe als seine Frau ausgab, um die Legendierung der Wohnung abzusichern. Hauptangeklagte im NSU-Prozess ist Beate Zschäpe.

Es könne "auch schon deutlich gefragt werden, ob nicht die vierte Paulchen-Panther-Figur im Video für Sie steht", wandte sich Weingarten direkt an den Angeklagten. Diese hätten darin gelegen, die Bevölkerung auf erhebliche Weise einzuschüchtern und die Bundesrepublik Deutschland als Staat zu schädigen.

Zudem hatte Gerlach Kenntnis von der zwischenzeitlichen Verjährung der dem NSU-Kerntrio ursprünglich vorgeworfenen Straftaten, so dass es keinen Grund für ein weiteres Leben im Untergrund gab als die Begehung weiterer, terroristischer Straftaten. Sie bildete ein Drittel eines "verschworenen Triumvirats", sagte Greger in ihrem Plädoyer. Als Gruppentat des NSU gelte die Brandstiftung nicht mehr, weil der NSU nach dem Selbstmord Mundlos' und Böhnhardts am selben Tag aufgehört habe, zu existieren.

Der ebenfalls angeklagten André E. hat sich laut Weingarten der Beihilfe zum schweren Raub, zur räuberischer Erpressung sowie zu Beihilfe zum versuchten Mord und Herbeiführens einer schweren Sprengstoffexplosion schuldig gemacht. G. hatte eingeräumt, dem Trio eine Waffe gebracht und Papiere besorgt zu haben. Eine der Karten sei für Zschäpe gedacht gewesen, die sie auch für zwei Zahnarztbesuche genutzt habe. Das sei durch die Beweisaufnahme aber widerlegt, sagte Weingarten. Es ist zu erwarten, dass das Plädoyer der Bundesanwaltschaft dann in der nächsten Prozesswoche am Dienstag, 12.09.2017 endet. Und hörte sich gestern das Plädoyer des Bundesanwaltschaft an. Damit sei Gerlach klar gewesen, dass seine Unterstützungsleistungen nicht nur dem bloßen Leben in der Illegalität dienten, sondern dass Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt die Aktionen, die sie bereits vor 1998 immer wieder eingefordert hatten, nunmehr umsetzten und er sie dabei unterstützte. Folgt das Gericht der Oberstaatsanwältin, dann muss Zschäpe mit eine sehr langen Haftstrafe rechnen - im Falle einer verhängten Sicherungsverwahrung wäre das dann die Höchststrafe!

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