Wieder Bergsturz in der Schweiz

Am Freitagmorgen verschüttete eine weitere Geröll- und Schlammlawine die Bergstraße in der Nähe der Orte Bondo und Bregaglia auf einer Länge von mehreren Hundert Metern. Im Nachbarort Spino wurden zwei Menschen von den Geröllmassen in einem Gebäude eingeschlossen.

Die Bewohner und Hotelgäste im Ortsteil Spino gegenüber von Bondo wurden in Sicherheit gebracht. Das genaue Ausmaß der neuen Geröll-Lawine in Bondo ist unklar. Einwohnerinnen und Einwohner hätten mit Sack und Pack fluchtartig das gefährdete Gebiet verlassen, berichtete ein SRF-Reporter vor Ort. Alle Evakuierten seien unverletzt und im Trockenen, sagte Gartmann. Die Rega barg sie mit einer Winde. Einige seien im nahegelegenen Talspital untergebracht worden.

Die Mure zerstörte in den Ortsteilen Sottoponte/Promontogno und Bondo mehrere Gebäude vollständig und verschüttete einige bisher verschont gebliebene Strassen. Bis jetzt wurde aus Promontogno niemand evakuiert.

In Bergell stehen fünfzig Personen von Zivilschutz, Militär, Feuerwehr und Gemeinde im Einsatz. Am Piz Cengalo könnten jederzeit Gesteinsmassen mit einem Volumen von bis zu einer Million Kubikmeter abstürzen.

Auch die Gebirgsspezialisten der Armee können dann ihre Stellungen wieder einnehmen und kontrollieren, ob noch weitere Gefahr besteht, oder ob die Aufräumarbeiten wieder aufgenommen werden können. Allerdings erwarte man eher eine Entspannung der Niederschlagssituation.

Die Behörden hatten vor erneuten Murgängen gewarnt. Gemäss MeteoSchweiz sind bei der Messstation in Vicosoprano nahe Bondo in den letzten zwölf Stunden (Stand Freitagmorgen, 9 Uhr) über 60 Millimeter Regen gefallen. Allerdings weniger stark als in der vergangenen Nacht.

Ein neuerlicher Bergsturz mit Murgang im italienischsprachigen Bergell war nach dem Ereignis vom Mittwoch letzter Woche erwartet worden.

Am 23. August waren bei einem gewaltigen Bergsturz im Kanton Graubünden vier Millionen Kubikmeter Gestein ins Tal gekracht.

Im Bergell war es am späten Donnerstagabend zu einem zweiten grossen Felssturz mit anschliessendem Murgang gekommen.

Der Schweizer Kanton Graubünden kommt nicht zur Ruhe. Über das ganze Absturzgebiet, das nicht betreten werden darf, verhängten die Behörden ein Flugverbot, das auch für Drohnen gilt.

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