Ausland als Vorbild Steuer auf ungesunde Lebensmittel soll Übergewicht stoppen

Damit könnte der Anteil der stark Übergewichtigen um 10 Prozent gesenkt werden.

Eine unterschiedlich hohe Besteuerung von gesunden und ungesunden Lebensmitteln könnte die Zunahme von starkem Übergewicht in Deutschland stoppen helfen.

Das hat jetzt eine Studie der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) herausgefunden.

Die Mehrwertsteuer sollte sich den an der Studie beteiligten Forschern zufolge an der Lebensmittelampel orientieren: Gesunde Produkte wie Obst und Gemüse sollten mit null Prozent, Lebensmittel wie Nudeln, Milch oder Fleisch wie bisher mit sieben Prozent und besonders zuckerhaltige, salzige oder fettige Produkte mit mindestens 19 Prozent besteuert werden. In Österreich liegt der Mehrwertsteuersatz von Lebensmitteln generell bei zehn Prozent.

Fast 20 Prozent der Deutschen sind nicht nur zu dick, sondern stark übergewichtig, die Zahl steigt. Rund jeder vierte Deutsche leidet an Übergewicht - durch die Steuer soll das deutlich reduziert werden. Damit geht ein höheres Risiko etwa für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs einher. In Großbritannien müssen Getränkehersteller ab April 2018 eine Zucker-Abgabe zahlen.

Die Idee einer stärkeren Regulierung der Lebensmittelpreise ist nicht neu. Die Idee stieß auf ein geteiltes Echo: Während die Branche und das Bundesernährungsministerium ablehnend reagierten, begrüßten Gesundheitspolitiker aus den Reihen der Regierungskoalition den Vorschlag.

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