Boxen: Charr ist neuer Schwergewichts-Champion

"Was soll ich sagen: Deutschland, wir sind Weltmeister!", rief Charr ins Sky-Mikrofon: "2006 war das Sommermärchen". Der 33-Jährige bezwang den favorisierten Russen Alexander Ustinow (40) überraschend und einstimmig nach Punkten und erhielt damit den vakanten Gürtel des bedeutenden Weltboxverbandes WBA. Doch auch wenn sich Charr nach den Schicksalsschlägen seines Lebens immer wieder zurückgekämpft hat, stand er bislang am Ende meist mit leeren Händen da. Ziemlich selbstbewusst, denn der letzte Deutsche, der sich mit diesem Titel krönte, war ein gewisser Max Schmeling 1930. 2012 hatte er in Moskau den WM-Kampf gegen Witali Klitschko verloren.

Möglich wurde der Kampf gegen Ustinow nur, weil Charr von den Sperren der im WBA-Weltranking höher gelisteten Dopingsünder Luis Ortiz (1) und Shannon Briggs (4) profitiert hatte, deren jeweilige WM-Kämpfe platzten.

Manuel Charr kämpft am Abend in Oberhausen (ab 22 Uhr im LIVETICKER) gegen Alexander Ustinov um den historischen Schwergewichts-Titel. Den Namen trägt der massige Hüne nicht ohne Grund: Mit 2,02 Meter ist er zehn Zentimeter größer als sein Herausforderer und bringt mit 136 Kilogramm rund 30 Kilo mehr auf die Waage. Vom Bauschuss bis zu meinen zwei neuen Hüften. Sein starker Wille und Kampfgeist brachten ihn schon im Sommer 2016 zurück in den Ring. Nun sei es "Zeit für ein Happy End", sagte Charr: "Ich habe gearbeitet wie ein Besessener".

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