CO2-Ausstoß steigt wieder an - Rekordhoch für 2017 erwartet

Bei diesem Rekordwert der Emissionen werde das globales Kohlenstoffbudget innerhalb von 20 bis 30 Jahren aufgebraucht sein. Neue Berechnungen des globalen Forschungsverbundes "Global Carbon Project" (GCP) zeigen ein Plus von zwei Prozent des globalen CO2-Ausstoßes. Dann müssten alle Emissionen schlagartig auf null gesenkt werden, wenn das Temperaturziel eingehalten werden soll.

Nach dreijähriger Stagnation sind die weltweiten CO2-Emissionen in diesem Jahr wieder gestiegen. Die wachsende Landnutzung hinzugerechnet - also das Verschwinden von Wäldern und Mooren als CO2-Speicher - beliefen sich die Jahresemissionen sogar auf etwa 41 Gigatonnen. Die Forscher präsentieren ihre Daten unter anderem im Journal "Environmental Research Letters". Wegen der stärkeren Nutzung von Kohle als Brennstoff würden die chinesischen Treibhausgasemissionen 2017 voraussichtlich um 3,5 Prozent auf insgesamt 10,5 Gigatonnen steigen. In Indien sei der Anstieg mit 2 Prozent geringer, was vermutlich auf eine gegenwärtige wirtschaftliche Schwäche in dem Land zurückzuführen sei.

Ein Lichtblick: Dem Bericht zufolge sind in der vergangenen Dekade in gut 20 Ländern bei anhaltendem Wirtschaftswachstum die Emissionen gesunken, darunter in Deutschland, den USA, Dänemark, Frankreich, Polen, Rumänien und Serbien. Mit einer Abnahme von geschätzt 0,2 und 0,4 Prozent allerdings viel zu langsam, um dem Anstieg in anderen Regionen der Welt auszugleichen, schreiben die Forscher. Nun beginnt seine heikle Phase.

Corinne Le Quéré vom Tyndall Centre for Climate Change Research im britischen Norwich, unter deren Leitung die globale Bilanz entstand, sprach von sehr enttäuschenden Ergebnissen. Stärkere Regenfälle, höhere Meeresspiegel und wärmere Ozeane hätten die Entstehung starker Stürme begünstigt. Danach werde es nicht mehr möglich sein, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, wie es in Paris vereinbart worden war.

Im Zeitraum von 2014 bis 2016 waren die Emissionen weitgehend stabil geblieben - und das trotz eines weltweiten Wirtschaftswachstums. Dazu habe der starke Ausbau erneuerbarer Energieträger beigetragen sowie der Umstand, dass in der Produktion die Energieintensität (Energieeinsatz je produzierte Einheit) schrumpfe. Als besonders erfreulich bewerteten Experten die teilweise Entkopplung der Entwicklung von Bruttoinlandsprodukt und Emissionen. Einige Experten hatten gehofft, dass der Höchststand der Emissionen vielleicht schon erreicht sei. Damit dürfte es noch schwerer werden, das Klimaziel 2020 mit einem Plus von 40 Prozent CO2-Emissoponen gegenüber dem Jahr 1990 zu erreichen.

Und auch für 2018 rechnen die Experten insgesamt mit einem Anstieg der Emissionen. "Das ist ein echter Anlass zur Sorge", sagte Robert Jackson von der Stanford University.

Die Daten der Studien seien jedoch mit einiger Unsicherheit behaftet, schreiben die Fachleute weiter. "Die Nachricht vom Anstieg der Emissionen 2017 ist unwillkommen".

Der Report "Globales Kohlenstoff Budget" wurde von 76 Wissenschaftlern von 57 Forschungsinstituten in 15 Ländern zusammengestellt.

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