Deutsche haben weniger Angst vor Krebs und Demenz

Hamburg - Schwere Krankheiten wie Krebs und Demenz verlieren für viele Menschen in Deutschland langsam ihren Schrecken. Derzeit fürchten sich 65 Prozent der Bundesbürger vor einem bösartigen Tumor. Im Jahr 2010 gaben das noch 73 Prozent an. 2010 und 2016 hatten jeweils 50 Prozent der Befragten diese Sorge geäußert, jetzt waren es nur noch 39 Prozent. Auch vor Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes geht die Angst zurück.

Im DAK-Gesundheitsreport 2017 stellte sich heraus, dass der Gesamtkrankenstand gesunken ist; wenn auch nur leicht. Vor psychischen Erkrankungen haben 24 Prozent Angst.

Seit 2010 untersucht das Forsa-Institut für die Krankenkasse DAK-Gesundheit die Angst der Deutschen vor Krankheiten. Vier von zehn Menschen befürchten, einen Schlaganfall zu erleiden. Faktisch werden psychische Erkrankungen jedoch bei älteren Menschen deutlich häufiger diagnostiziert als bei jungen Erwachsenen. Die Angst vor einem Herzinfarkt kennt jeder dritte Befragte (2010: 45 Prozent). 36 Prozent in dieser Altersgruppe fürchten, an Burn-out, Depressionen oder anderen Seelenleiden zu erkranken.

Hauptursache für Krankheitstage waren im vergangenen Jahr Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (22,2 Prozent) psychische Erkrankungen (17,1 Prozent) und Erkrankungen des Atmungssystems (14,7 Prozent). Die über 60-Jährigen haben aber am wenigsten Angst vor Seelenleiden (15 Prozent). Ähnlich verhält es sich bei Diabetes: Auch hier gaben vor allem junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren an, Angst vor der Erkrankung zu haben. Vor zwei Jahren waren dies noch 77 Prozent, aktuell sind es zwei Prozentpunkte weniger.

Die Deutschen tun weniger für ihre Gesundheit Gleichzeitig tun die Deutschen weniger für ihre Gesundheit. Nur rund jeder Dritte nutzt laut Angaben der Krankenkasse den Gesundheitscheck gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (37 Prozent). Die Deutschen treiben mit 76 Prozent zudem weniger Sport (2010: 80 Prozent) und legen mit 71 Prozent weniger Wert auf eine gesunde Ernährung (2010: 77 Prozent). Und: Trotz der großen Angst vor einer Tumorerkrankung nimmt nur knapp jeder Zweite (49 Prozent) die Krebsvorsorge in Anspruch. In diesem Zeitraum lag der Krankenstand der Versicherten bei 3,9 Prozent, im Jahr davor bei 4,1 Prozent. Vor allem Männer scheuen den Gang zur kostenlosen Vorsorge: "Gerade Männer kümmern sich lieber um den Zustand ihres Autos als um die eigene Gesundheit", sagte Elisabeth Thomas, die verantwortliche Ärztin der DAK. Im Vergleich der Bundesländer und Regionen bewerten die Menschen in Norddeutschland mit 91 Prozent ihren Gesundheitszustand als besonders gut.

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