Libanons Präsident wirft Riad "Inhaftierung" von Saad Hariri vor

Der zurückgetretene libanesische Ministerpräsident Saad Hariri wird nach Worten des maronitischen Patriarchen Kardinal Bechara Boutros Rai schnellstmöglich in den Libanon zurückkehren.

Der libanesische Regierungschef hatte am 4. November in der saudi-arabischen Hauptstadt überraschend seinen Rücktritt erklärt, wobei er schwere Vorwürfe gegen die proiranische Hisbollah-Bewegung erhob, mit der er eine Koalitionsregierung gebildet hatte.

Außenminister Jean-Yves Le Drian machte sich am Mittwoch auf den Weg zu einem zweitägigen Besuch in Saudi-Arabien, wo nach Angaben aus französischen Diplomatenkreisen auch ein Treffen mit Hariri vorgesehen ist. "Es ist durch nichts gerechtfertigt, dass Herr Hariri nach zwölf Tagen nicht zurückkehrt", schrieb Aoun heute im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Macron habe zuvor mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und Hariri gesprochen, teilte der Elyseepalast am Abend in einer knappen Erklärung mit. Er zeige den Wunsch aller Libanesen, die engen Beziehungen zu den arabischen Staaten zu stärken.

Die Umstände seines Rücktritts führten zu Spekulationen, dass Riad ihn dazu gezwungen habe.

Der Kardinal lobte ferner den herzlichen Empfang in Saudi-Arabien. Aoun bekräftigte, dass er Hariris Rücktritt nicht annehmen werde, bevor der Ministerpräsident nicht in den Libanon zurückgekehrt ist. Er versicherte am Wochenende in einem Interview, sich frei bewegen zu können und bald nach Hause zurückzukehren. Michel Aoun verbreitete diese Behauptung an diesem Mittwoch über seinen offiziellen Twitter-Account. Bei den Gesprächen mit Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) sollte es um die Lage im Libanon und in der Region gehen.

Im Internet wurde eine Website freesaadhariri.com eingerichtet, die über die Zeit seit seiner Rücktrittserklärung informiert. "Sie alle pflegen ihre Liebe und Unterstützung für den Libanon", so Rai.

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