Saudi-Arabien warnt vor Reisen nach Libanon

Saudiarabien und der Iran versuchen seit Jahren, den Einfluss des jeweils anderen in der Region einzudämmen.

Im Machtkampf im Libanon suchen beide Seiten offenbar internationalen Beistand.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sich bei seinem Besuch in Saudi-Arabien angesichts der angespannten Lage in der Golf-Region für eine friedliche Lösung eingesetzt. Dort werde er Kronprinz Mohammed treffen, kündigte er via Twitter an. In den Tagen zuvor habe er bereits Kontakt zu diplomatischen Vertretern der Europäischen Union, Großbritanniens und der USA aufgenommen. Im Rahmen der Ermittlungen sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft 208 Personen verhört worden.

Die Regierung geht Insidern davon aus, dass Hariri in Riad unter Hausarrest steht und von Saudi-Arabien zum Rücktritt gedrängt wurde. Laut L'Orient Le Jour erklärte der libanesische Staatschef Aoun, dass dessen Rücktritt erst anerkannt werde, wenn Hariri ihn offiziell im Libanon verkünde. Hariris Büro teilte dagegen mit, er habe sich am Donnerstag in Saudi-Arabien mit dem französischen Botschafter getroffen. Hariri selbst äusserte sich nicht dazu, flog Anfang der Woche aber für einen Tag in die Vereinigten Arabischen Emirate und kehrte anschliessend nach Saudi-Arabien zurück. Dennoch könnte der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Iran bald in einem weiteren Land eskalieren: im kleinen Libanon am Mittelmeer.

Saudi-Arabien hatte am Wochenende Dutzende Prinzen und andere führende Persönlichkeiten des islamisch-konservativen Königreichs festnehmen lassen. Er fürchte um sein Leben, erklärte Hariri und verwies auf den Tod seines Vaters. Zwar wurde die Raketen abgefangen und zerstört, doch warf Riad dem Iran vor, den Huthis Raketen zu liefern. Das saudische Königshaus wiegle Israel zu einem Militärschlag gegen die Hisbollah und den Libanon auf, behauptete Nasrallah.

Das politische System des Landes ist eine fragile Balance zwischen den verschiedenen Religionsgruppen.

Immer wieder gibt es Sorgen, in dem Land könnte ein neuer blutiger Konflikt ausbrechen. Saudi-Arabien rief seine Bürger jedenfalls bereits dazu auf, den Libanon zu verlassen. Aus Riad kommen laute Ansagen Richtung Iran und auch dem Libanon, die in den Medien als "Kriegserklärungen" gewertet werden und im Umkreis des US-Präsidenten bleibt es still.

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