So viele Muslime werden 2050 in Europa leben - Studie

Um zu sehen, wie sich die Größe der muslimischen Bevölkerung Europas in den kommenden Jahrzehnten verändern wird, hat das Pew Research Center drei mögliche Szenarien entworfen, die sich jeweils nach dem künftigen Migrationsniveau unterscheiden. Der tiefere Anteil von 7,4 Prozent beruht auf der Annahme, es gäbe keine weitere Zuwanderung, weder von Muslimen noch von Nichtmuslimen.

Die Zahl der Muslime in Europa wird zwar zum Jahr 2050 nicht die Zahl der Christen übersteigen, wächst jedoch weiter.

Wenn ab sofort keine Muslime mehr nach Europa kämen, dann würde der Anteil der muslimischen Bevölkerung von heute 4,9 Prozent im Jahr 2050 auf 7,4 Prozent steigen.

Im ersten Szenario stiege der Anteil der Muslime in Deutschland den Forschern zufolge auf 8,7 Prozent, im zweiten auf 10,8 und um dritten auf 19,7 Prozent.

Das Pew-Institut hat für seine Studie Daten aus den EU-Staaten, Norwegen und der Schweiz ausgewertet. Diesen Fall angenommen würde die Zahl von Muslimen in Deutschland bis 2050 um rund eine Million steigen.

Muslime sind schon jetzt ein wichtiger Teil der deutschen Gesellschaft.

In einem zweiten Szenario - bei mittlerer Zuwanderung - würde der Anteil der Muslime in Europa im Jahr 2050 bei 11,2 Prozent liegen.

Dieser Anstieg ist einerseits auf die Alterszusammensetzung der muslimischen Bevölkerung - in ganz Europa sind 25 Prozent der Muslime derzeit unter 14 Jahren, gegenüber nur 15 Prozent der Nichtmuslime - und andererseits auf ihre höhere Fertilität - in Österreich 2,2 Kinder pro muslimischer Frau gegenüber 1,5 bei Nichtmusliminnen - zurückzuführen. Das heißt, dass sie noch länger Kinder bekommen können als Nicht-Muslime, die im Schnitt 47 Jahre alt sind. Die genaue Anzahl der Muslime in Europa zu ermitteln ist allerdings keine einfache Aufgabe. Demnach hätte Schweden bei dem mittleren Modell 2050 mit 20,5 Prozent den höchsten Bevölkerungsanteil von Muslimen nach Zypern, die meisten Muslime absolut würden in Großbritannien leben (13 Millionen).

Dabei muss man allerdings auch berücksichtigen, dass das Migrationsszenario wahrscheinlich (aber wer weiß schon, wie es wirklich weitergeht?) irgendwo zwischen dem mittleren und dem Extremszenario liegen wird.

In ihrer Studie zur Zuwanderung in Europa untersuchten die Forscher auch die Einstellung deutscher Erwachsener zu Flüchtlingen. Wenn alle Muslime, die sich derzeit in einer rechtlichen Schwebe in Europa befinden, in Europa bleiben würden, könnte der Basiswert von 2016 auf 26,8 Millionen ansteigen, mit weitreichenden Auswirkungen in allen drei Szenarien. Deutschland und die Schweiz hatten im Jahr 2016 demnach einen muslimischen Bevölkerungsanteil von je 6,1 Prozent. So hätte Schweden mit einem Muslim-Anteil von 30,6 Prozent einen absoluten Spitzenwert erreich. Rund 1,2 Millionen Muslime sind nach einer Hochrechnung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge von Mai 2011 bis Ende des Jahres 2015 nach Deutschland gekommen. Dieses Szenario beschreibt nur die Migration von Personen, die aus anderen Gründen kommen als Asyl zu suchen. Doch wie viele Muslime leben tatsächlich in Europa?

Der Anteil der Muslime wird sich aber nicht nur durch Zuwanderung steigern. So seien von rund 110.000 Flüchtlingen, die Österreich zwischen Mitte 2010 und Mitte 2016 aufgenommen habe, etwa 72 Prozent Muslime gewesen. Eine große Bedrohung sehen Pew zufolge 28 Prozent in Flüchtlingen aus muslimischen Ländern wie Syrien und Irak, 49 Prozent eine kleinere und 22 Prozent keine Bedrohung. Ihr Anteil an der französischen Gesamtbevölkerung liegt den Angaben zufolge bei 8,8 Prozent.

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