UN-Helfer kehren in den Jemen zurück

Nach fast dreiwöchigem Einreisestopp sind am Samstag erste Entwicklungshelfer der Vereinten Nationen in den Jemen zurückgekehrt. Eine Sprecherin des Welternährungsprogramms WFP bestätigte, in der Hauptstadt Sanaa sei am Morgen ein erstes Flugzeug gelandet. Zwei der Maschinen gehören zum UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR.

Eine der Maschinen hat nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef mehr als 15 Tonnen Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus und andere Krankheiten für das von Seuchen und Hunger geplagte Bürgerkriegsland an Bord.

Obwohl sie Anfang dieser Woche versprochen hatten, die Blockade des Nordjemen am Donnerstag Mittag aufzuheben, kam der Zeitpunkt und verging, und die Schiffe der UNO und anderer humanitärer Hilfsorganisationen werden weiterhin daran gehindert, den Hafen von Hodeidah zu erreichen. Damit ist der Haupt-Nachschubweg für dringend benötigte Nahrungsmittel und Medikamente in das von einer Hungersnot bedrohte Land versperrt.

Saudi-Arabien hatte sich am Mittwoch bereiterklärt, die Blockade zu lockern, um Hilfslieferungen zu ermöglichen.

Die Saudis hatten angekündigt, dass Hilfsschiffe bis zum Donnerstag Mittag zugelassen werden. Nach UNO-Angaben hungern im Jemen derzeit sieben Millionen Menschen. Allein eine Million Kinder ist durch die sich rasch verbreitende Diphtherie gefährdet. Der Kampf um die Macht im Jemen dauert seit drei Jahren an. Sie kontrollieren seitdem die Hauptstadt und weite Gebiete des Landes. Der Iran, der sich als Schutzmacht der Schiiten begreift, bestreitet dies. 2015 griff das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis zugunsten des sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi in den Konflikt ein. Eine internationale Koalition unter der Führung Saudi-Arabiens versucht, die Aufständischen zu vertreiben. Mindestens 10.000 Menschen starben dadurch bislang.

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