Wenn die Übung fehlt, enden Krebs-OPs öfter tödlich

Ähnlich sei es bei anderen Krebs-Arten wie Speiseröhren-Krebs, Bauchspeicheldrüsen-Krebs sowie Blasen- und Darmkrebs. Laut WIdO-Analyse würde etwa eine Mindestmenge von 108 Eingriffen pro Jahr die Sterblichkeitsrate infolge von Lungenkrebs-Operationen um 20 Prozent senken.

Herausgegeben wurde die Studie vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO), dem Verein Gesundheitsstadt Berlin und der Initiative Qualitätsmedizin. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass in diesen Kliniken die nötige Operationsroutine und die für eine adäquate Gesamtbetreuung notwendige Spezialisierung nicht vorhanden sein können", so Mansky. Diese "Gelegenheitschirurgie" sei nicht akzeptabel, kritisiert Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbands, bei der Vorstellung des "Qualitätsmonitors". Die Krankenkasse will deshalb nun im Gemeinsamen Bundesausschuss Mindestmengen für Lungen- und Brustkrebs-Operationen fordern und sich dafür einsetzen, dass die bereits bestehenden Mindestzahlen an Operationen bei Speiseröhren- und Pankreaskrebs erhöht werden. Krankenhäuser, die Vorgaben unberechtigt nicht einhielten, würden von der AOK künftig keine Vergütung mehr für diese Eingriffe bekommen.

Große regionale Unterschiede bei Lungenkrebszentren Gerade bei der Lungenchirurgie gibt es laut dem Qualitätsmonitor große regionale Unterschiede.

Das Problem seien die vielen Kliniken am anderen Ende des Spektrums. Die Lungenkrebszentren der DKG müssten dagegen eine Mindestzahl von 75 Lungenkrebs-OPs pro Jahr durchführen und darüber hinaus eine Reihe von Qualitätskriterien erfüllen, die jährlich überprüft würden.

In Krankenhäusern mit wenig Routine bei Krebsoperationen ist die Todesfallrate höher als in spezialisierten Zentren. In Berlin sind es nur drei Prozent. Besonders viele Krankenhäuser mit weniger als 75 OPs pro Jahr gibt es demnach auch in Nordrhein-Westfalen (90 Kliniken) und Bayern (60).

Die Durchsetzung von Mindestmengen und Zentralisierung von Leistungen sei für Kliniken nicht einfach und ein "schmerzhafter Prozess", der aber angesichts der eindeutigen Datenlage "absolut folgerichtig" sei, betont Prof. 260 deutsche Kliniken führen einen solchen Eingriff nur fünfmal pro Jahr durch.

Der Qualitätsmonitor 2018 liefert für sechs ausgewählte Krankheitsbilder und Behandlungen detaillierte Daten zu Fallzahlen und Qualitätskennzahlen der deutschen Krankenhäuser.

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