Abgas-Affäre: DUH wirft BMW Manipulation vor

Neue Messungen Deutschen Umwelthilfe (DUH) allerdings legen das Gegenteil nahe.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat sich im VW-Dieselskandal einen Namen gemacht: Als hartnäckiger Ermittler in Sachen manipulierter Autoabgase und als höchst unangenehmer Gegner der Automobilindustrie.

Wie der "Tagesspiegel" und das ZDF berichten, ergaben Messungen des Verbandes, dass bei einem neuen BMW 320 Diesel die Stickoxid-Emissionen auf der Straße bis zu siebenmal so hoch waren wie im Labortest.

Aus den Untersuchungsergebnissen der DUH geht den Berichten zufolge hervor, dass sich bei Überprüfungen der Motorsteuerung auch mit Hilfe externer Experten herausgestellt habe, dass die Software offenbar so programmiert gewesen sei, dass die Abgasrückführung bereits ab einer Drehzahl von 2000 Umdrehungen pro Minute reduziert und ab 3500 Umdrehungen komplett abgeschaltet werde. "Die vorliegenden Messergebnisse sind sehr klare Indizien dafür, dass hier Abschalteinrichtungen in der Motorsteuersoftware vorhanden sind.", sagte der DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch dem Tagesspiegel. "Autos müssen in allen normalen Betriebssituationen eine voll funktionstüchtige Abgasreinigung haben", so Resch. Am 27.9.2017 erklärte der BMW-Vorstandsvorsitzende Harald Krüger: "Wir haben an den Fahrzeugen nicht manipuliert". Dabei soll der Dieselmotor mit der Abgasnorm Euro 6 deutlich mehr Schadstoffe produziert haben als im Labor. Die DUH will die Ergebnisse an diesem Dienstag in Berlin vorstellen. BMW widersprach schon vorher der DUH und betonte, es gebe im Konzern "keinerlei Aktivitäten und technische Vorkehrungen, den Prüfmodus zur Erhebung von Emissionen zu beeinflussen - das heißt, dass unsere Abgas-Systeme sowohl auf dem Prüfstand wie auch in der Praxis aktiv sind".

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