Auch ohne Nationalflagge: Russische Sportler wollen zu Olympia

Nun kommt die nächste Hürde: Wen lädt das IOC ein?

Das Russische Olympische Komitee hat am Dienstag einstimmig dafür gestimmt, seine Athleten an den ersten Winterspielen in Südkorea teilnehmen zu lassen. Das wurde bei einer Olympia-Versammlung in Moskau bekannt, an der Sportler und Funktionäre teilgenommen haben. Der Kreml unterstützt nach Aussage von Putin-Sprecher Dmitrij Peskow diese Entscheidung. Wegen des russischen Doping-Skandals hat das Internationale Olympische Komitee Russland für die Spiele in Pyeongchang ausgeschlossen.

Saubere russische Sportler dürfen zwar in Pyeongchang starten, doch nur unter der sogenannten neutralen Flagge. "Olympischer Athlet von Russland klingt nicht wirklich neutral", bemängelte der Brite, der damit der IOC-Exekutive vorwarf, bei der Bestrafung nicht weit genug gegangen zu sein.

"Ein Boykott führt zu nichts, das bedeutete nur neue Sanktionen, Probleme für die Teilnahme an künftigen Olympischen Spielen, Probleme für unsere Sportler", sagte auch der frühere ROC-Präsident Witali Smirnow. "Alle Redner waren sich einig: Unsere Sportler sollten nach Südkorea fahren und dort Siege zum Ruhme Russlands erringen", sagte Alexander Schukow, Präsident des Russischen Olympischen Komitees ROC.

Seit Verkündung der IOC-Strafen vergangene Woche war in Russland diskutiert worden, ob man die Winterspiele nicht boykottieren sollte.

Laut der russischen Nachrichtenagentur "TASS" forderte das Komitee in einem Statement, "die individuelle Entscheidung jedes Athleten zu respektieren und sowohl den Sportlern, die zu den Spielen fahren, als auch jenen, die sich dagegen entscheiden oder nicht eingeladen werden, mit Unterstützung zu begegnen". Im erweiterten russischen Olympia-Kader mit 450 Namen hätten mehr als 400 Sportlerinnen und Sportlern keinerlei Doping-Geschichte, sagte Sportminister Pawel Kolobkow.

Der Erste Fernsehkanal Russlands kündigte an, olympische Wettbewerbe mit russischer Beteiligung doch zu zeigen. Das IOC hat die Sportler wegen der Manipulationen von Dopingproben bei den Heimspielen 2014 gesperrt. Eine Delegation eines russischen Nachrichtendienstes habe sich im selben Hotel wie die Kommission befunden.

Offiziell soll die olympische Versammlung als oberstes ROC-Gremium heute über die Teilnahme entscheiden.

Auch darf weder die russische Hymne bei Olympia gespielt werden noch darf die russische Fahne in Pyeongchang wehen.

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